Injektabilia
Hyaluronsäure-Filler
Gezielte Unterspritzung mit Hyaluronsäure zur Glättung von Falten, für natürlich betonte Lippen und sanften Volumenaufbau – individuell abgestimmt und ärztlich durchgeführt.
Behandelbare Areale
- Lippen
- Nasolabialfalten
- Marionettenfalten
- Wangenaufbau
- Kinnkorrektur
- Jawline-Konturierung
- Nasenkorrektur (nicht-chirurgisch)
- Augenringe / Tränenrinne
- Plisséfalten (Oberlippe)
- Dekolleté-Falten
- Handrücken
Hyaluronsäure ist ein Baustein, der natürlicherweise in unserer Haut vorkommt und dort Feuchtigkeit bindet sowie dem Gewebe Spannkraft verleiht. Mit zunehmendem Alter nimmt der körpereigene Hyaluronsäuregehalt ab – die Haut verliert an Elastizität, Falten werden sichtbarer und Konturen wirken weniger definiert. Mit modernen Hyaluronsäure-Fillern lässt sich dieser Verlust gezielt ausgleichen: Das gelartige Präparat wird mit feinen Nadeln oder stumpfen Kanülen in die entsprechenden Hautschichten eingebracht und vom Körper im Laufe der Zeit wieder vollständig abgebaut.
Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: Klassische Anwendungen sind die Unterspritzung von Nasolabialfalten (die Linien zwischen Nase und Mundwinkeln) und Marionettenfalten (die Linien von den Mundwinkeln zum Kinn), die Behandlung der Lippen mit Fokus auf Kontur und dezentem Volumen sowie der gezielte Volumenaufbau an Wangen und Kinnlinie. Beim sogenannten Liquid Lifting betrachten wir das Gesicht als Ganzes: Statt einzelne Falten isoliert zu behandeln, werden mehrere Areale aufeinander abgestimmt unterspritzt, um ein harmonisches, frisches Gesamtbild zu erreichen – ohne operativen Eingriff.
Unser Anspruch sind natürliche Ergebnisse, die Ihre individuellen Gesichtszüge unterstreichen, statt sie zu verändern. In einem ausführlichen Beratungsgespräch analysieren wir Ihre Gesichtsanatomie, besprechen Ihre Wünsche und erläutern offen, was realistisch erreichbar ist – und was nicht. Ein zusätzlicher Sicherheitsaspekt der Hyaluronsäure: Sollte ein Ergebnis einmal nicht Ihren Vorstellungen entsprechen, kann das Material in vielen Fällen mit dem Enzym Hyaluronidase wieder aufgelöst werden.
Alle Angaben dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung. Behandlungsergebnisse können individuell unterschiedlich ausfallen.
Wirkprinzip
Medizinischer Hintergrund & Wirkprinzip
Hyaluronsäure (auch Hyaluronan) ist ein körpereigenes Zuckermolekül (ein sogenanntes Glykosaminoglykan), das in der Haut, im Bindegewebe und in der Gelenkflüssigkeit vorkommt. Seine herausragende Eigenschaft ist die Fähigkeit, große Mengen Wasser zu binden – ein Gramm kann ein Vielfaches seines Eigengewichts an Feuchtigkeit speichern. In der Haut sorgt Hyaluronsäure dadurch für Volumen, Spannkraft und ein gut durchfeuchtetes Gewebe. Mit zunehmendem Alter sinkt der körpereigene Gehalt, das Gewebe verliert an Feuchtigkeit und Stützkraft, und Falten sowie Volumendefizite werden sichtbarer.
In Fillern wird unterschieden zwischen unvernetzter und vernetzter Hyaluronsäure. Unvernetzte Hyaluronsäure wirkt vor allem über Hydratation, also Feuchtigkeitsbindung, und wird vom Körper rasch wieder abgebaut – sie kommt eher zur oberflächlichen Hautverbesserung (Skinbooster-Prinzip) zum Einsatz. Für Faltenunterspritzung und Volumenaufbau werden überwiegend vernetzte (quervernetzte) Hyaluronsäuren verwendet: Durch eine chemische Verknüpfung der Moleküle entsteht ein stabileres Gel, das dem enzymatischen Abbau länger standhält und einen anhaltenden Volumeneffekt erzeugt. Über den Grad und die Art der Vernetzung sowie die Konzentration lassen sich Festigkeit und Fließverhalten des Gels an die jeweilige Hautschicht und Indikation anpassen.
Der Wirkmechanismus beruht somit auf zwei Säulen: dem unmittelbaren Volumeneffekt durch das eingebrachte Gelvolumen und der Wasserbindung, durch die das Material im Gewebe zusätzlich Feuchtigkeit anzieht. Je nach Indikation wird der Filler in unterschiedliche Tiefen eingebracht – von oberflächlicheren Hautschichten zur Glättung feiner Linien bis zu tieferen Ebenen oder an den Knochen für strukturellen Volumenaufbau. Die Wahl von Einbringtiefe, Technik (feine Nadel oder stumpfe Kanüle) und Produktkonsistenz richtet sich nach dem Behandlungsareal und dem gewünschten Effekt.
Ein moderner Ansatz betrachtet das Gesicht nicht als Summe einzelner Falten, sondern in zusammenhängenden anatomischen Zonen. Bei diesem zonenorientierten Vorgehen (in der Fachwelt unter anderem als MD-Codes-Konzept bekannt) werden definierte Injektionspunkte genutzt, um über strukturelle Abstützung ein harmonisches Gesamtbild zu erreichen, statt isoliert einzelne Linien aufzufüllen. Dies erfordert fundierte Kenntnisse der Gesichtsanatomie, insbesondere des Verlaufs von Blutgefäßen und Nerven.
Ein wesentlicher Sicherheitsaspekt der Hyaluronsäure ist ihre Abbaubarkeit: Das Material wird im Körper auf natürlichem Weg durch körpereigene Enzyme, die Hyaluronidasen, allmählich vollständig zersetzt. Diese Eigenschaft lässt sich therapeutisch nutzen – mit medizinisch eingesetzter Hyaluronidase kann ein Ergebnis bei Bedarf gezielt korrigiert oder, im Falle einer Komplikation, rasch aufgelöst werden. Dies unterscheidet Hyaluronsäure grundlegend von permanenten Fillern, die in unserer Praxis bewusst nicht verwendet werden, da sich Material und mögliche Spätkomplikationen bei diesen nicht ohne Weiteres rückgängig machen lassen.
Indikationen
Für wen geeignet
Ob eine Behandlung in Ihrem Fall medizinisch sinnvoll ist, klären wir gemeinsam in einem persönlichen Beratungsgespräch. Typische Anliegen sind unter anderem:
- Nasolabialfalten (Falten zwischen Nase und Mundwinkel)
- Marionettenfalten (Falten von den Mundwinkeln Richtung Kinn)
- Lippen: Konturverlust, Asymmetrien oder Wunsch nach dezentem Volumen
- Volumenverlust an den Wangen, eingefallene Gesichtspartien
- Wenig definierte Kinnlinie (Jawline) oder fliehendes Kinn
- Augenringe / Tränenrinne: Abmilderung von Schatten und Volumenverlust im Unterlidbereich
- Nicht-chirurgische Nasenkorrektur: Ausgleich kleiner Unebenheiten oder Asymmetrien der Nase
- Feine Fältchen der Oberlippe (sogenannte Plissé- bzw. Knitterfältchen)
- Fältchen am Dekolleté
- Volumenverlust an den Handrücken
- Erste Anzeichen der Hautalterung, die ohne Operation behandelt werden sollen
- Liquid Lifting: harmonische Auffrischung mehrerer Gesichtsareale als Gesamtkonzept
Studien- & Evidenzlage
Hyaluronsäure-Filler gehören zu den weltweit am häufigsten eingesetzten Mitteln der ästhetischen Medizin und sind seit vielen Jahren etabliert. Kontrollierte Studien und systematische Übersichtsarbeiten beschreiben sie bei sachgerechter Anwendung als überwiegend gut verträglich und für die Korrektur von Falten, Konturen und Volumendefiziten als wirksam. Schwere Komplikationen gelten in der Fachliteratur als selten, sind jedoch dokumentiert und ein zentraler Gegenstand der ärztlichen Aufklärung.
Die Aussagekraft der vorliegenden Evidenz hat Grenzen. Viele Studien haben einen begrenzten Beobachtungszeitraum, untersuchen einzelne Präparate oder Areale und sind nicht selten herstellerfinanziert. Ergebnisse zu Wirksamkeit und Haltbarkeit lassen sich daher nicht uneingeschränkt auf jedes Produkt, jede Technik und jede Person übertragen. Auch die Bewertung ästhetischer Resultate ist subjektiv und schwer zu standardisieren.
Verlässliche Angaben zur Häufigkeit sehr seltener, aber schwerwiegender Ereignisse – etwa Gefäßverschlüssen – stammen überwiegend aus Fallberichten und Registern, nicht aus großen randomisierten Studien. Dies bedeutet nicht, dass solche Risiken unbedeutend wären, sondern dass präzise Häufigkeitsangaben naturgemäß unsicher sind. Fachgesellschaften betonen daher die Bedeutung anatomischer Kenntnisse, geeigneter Injektionstechniken und eines vorbereiteten Notfallmanagements.
Für die Praxis bedeutet das: Hyaluronsäure-Filler sind ein etabliertes, gut untersuchtes Verfahren mit insgesamt günstigem Sicherheitsprofil – garantierte Ergebnisse oder eine völlige Risikofreiheit lassen sich daraus jedoch nicht ableiten. Wir orientieren uns an den Empfehlungen ärztlicher Fachgesellschaften und an den Fachinformationen der verwendeten Präparate und besprechen mit Ihnen offen, was im Einzelfall realistisch erreichbar ist.
Schritt für Schritt
Behandlungsablauf
So läuft die Behandlung bei uns in der Regel ab – von der ersten Beratung bis zur Nachsorge.
Beratung und Analyse
Im persönlichen Gespräch besprechen wir Ihre Wünsche und Erwartungen. Wir analysieren Ihre Gesichtsanatomie, prüfen mögliche Kontraindikationen und erläutern, welches Ergebnis realistisch erreichbar ist. Sie erhalten eine ausführliche Aufklärung über Ablauf, Wirkung, Risiken und Kosten der Behandlung.
Vorbereitung und Betäubung
Vor der Behandlung wird die Haut gereinigt und desinfiziert. Auf Wunsch tragen wir eine betäubende Creme auf, die etwa 20 bis 30 Minuten einwirkt. Viele Präparate enthalten zudem ein lokales Betäubungsmittel, sodass die Behandlung in der Regel gut verträglich ist.
Unterspritzung
Die Hyaluronsäure wird mit feinen Nadeln oder stumpfen Kanülen präzise in die zuvor festgelegten Areale eingebracht. Je nach Region und gewünschtem Effekt wählen wir unterschiedliche Injektionstechniken und Einbringtiefen. Während der Behandlung kontrollieren wir das Ergebnis fortlaufend im Spiegel – gemeinsam mit Ihnen.
Abschlusskontrolle
Direkt im Anschluss begutachten wir das Ergebnis, gleichen gegebenenfalls kleine Unregelmäßigkeiten aus und kühlen die behandelten Areale, um Schwellungen vorzubeugen. Sie erhalten konkrete Hinweise für das Verhalten in den ersten Tagen nach der Behandlung.
Nachsorge und Kontrolltermin
In den ersten 24 bis 48 Stunden sollten Sie auf Sport, Sauna, Solarium und intensive Sonneneinstrahlung verzichten und die behandelten Stellen nicht massieren. Nach etwa zwei Wochen, wenn das Material vollständig eingezogen ist, bieten wir Ihnen einen Kontrolltermin an – bei Bedarf kann das Ergebnis dann gezielt verfeinert werden.
Transparenz
Preise
- Liquid Lifting (6 ml)
- 1.200 €
- Lippen (1 ml)
- 400 €
- Jawline (3 ml)
- 600 €
- Nasenkorrektur
- 450 €
- Kinnkorrektur
- 400 €
Alle Preise sind Richtwerte zur ersten Orientierung. Die ärztliche Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ); der endgültige Betrag richtet sich nach dem individuellen Aufwand und wird vor der Behandlung transparent mit Ihnen besprochen. Für Behandlungen ohne Listenpreis nennen wir Ihnen den Richtwert gerne im Beratungsgespräch.
Komplette Preisliste ansehen →Gut vorbereitet
Vorbereitung auf die Behandlung
Mit einigen einfachen Maßnahmen vor dem Termin tragen Sie selbst zu einem möglichst guten und komplikationsarmen Ergebnis bei.
- Verzichten Sie nach Möglichkeit in den Tagen vor der Behandlung auf intensive Sonnenbäder und Solarium; frisch gebräunte oder gereizte Haut sollte vor der Behandlung abklingen.
- Blutverdünnende Medikamente sowie gerinnungshemmende Schmerzmittel (z. B. aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika) bitte nicht eigenmächtig absetzen – besprechen Sie deren Einnahme vorab mit uns und Ihrem behandelnden Arzt, um die Neigung zu Blutergüssen einzuschätzen.
- Bestimmte Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Präparate (etwa Fischöl, Vitamin E, Ginkgo) sowie Alkohol können die Hämatomneigung erhöhen; ein zeitlicher Abstand kann sinnvoll sein.
- Informieren Sie uns über Ihre vollständige Krankengeschichte, Allergien, frühere ästhetische Behandlungen sowie eine etwaige Neigung zu Lippenherpes – bei bekannter Herpesneigung kann eine vorbeugende Medikation sinnvoll sein.
- Planen Sie vor wichtigen sozialen Anlässen oder Reisen einen zeitlichen Puffer von etwa zwei Wochen ein, da Schwellungen oder Blutergüsse einige Tage sichtbar sein können.
- Erscheinen Sie möglichst ungeschminkt im behandelten Bereich oder rechnen Sie mit einer Reinigung der Haut vor der Behandlung.
Nach der Behandlung
Nachsorge
Die richtige Pflege nach der Behandlung unterstützt die Heilung und das Ergebnis. Sie erhalten von uns individuelle Empfehlungen – in der Regel gilt:
- Kühlen Sie die behandelten Areale in den ersten Stunden vorsichtig, um Schwellungen und Blutergüssen entgegenzuwirken; üben Sie dabei keinen starken Druck aus.
- Vermeiden Sie es, die behandelten Stellen in den ersten Tagen zu massieren, kräftig zu berühren oder darauf zu schlafen, damit sich das Material gleichmäßig setzen kann.
- Verzichten Sie für etwa 24 bis 48 Stunden auf intensiven Sport, Sauna, Dampfbad, Solarium und sehr heiße Bäder, da Wärme und gesteigerte Durchblutung Schwellungen verstärken können.
- Schützen Sie die Haut konsequent vor UV-Strahlung und verwenden Sie in den Tagen nach der Behandlung einen hohen Lichtschutzfaktor (LSF 50+); meiden Sie direkte, intensive Sonneneinstrahlung.
- Verzichten Sie am Behandlungstag möglichst auf Alkohol und blutverdünnende Substanzen, da diese Blutergüsse begünstigen können.
- Pflegen Sie die Haut in den ersten Tagen schonend und verzichten Sie auf reizende Kosmetika, Peelings oder Microneedling im behandelten Bereich.
- Melden Sie sich umgehend bei uns, wenn ungewöhnliche Beschwerden auftreten – insbesondere starke oder zunehmende Schmerzen, eine auffällige Blässe oder Verfärbung der Haut, zunehmende Schwellung mit Überwärmung oder Sehveränderungen.
- Nehmen Sie den angebotenen Kontrolltermin nach etwa zwei Wochen wahr; ist das Material dann vollständig eingezogen, kann das Ergebnis bei Bedarf gezielt verfeinert werden.
Aufklärung
Risiken & mögliche Nebenwirkungen
Zu einer seriösen Behandlung gehört eine offene Aufklärung über mögliche Risiken und Nebenwirkungen – auch wenn sie selten auftreten.
Schwellung, Rötung und Druckgefühl
Sehr häufig und in der Regel harmlos: An den Einstichstellen kommt es kurz nach der Behandlung oft zu leichten Schwellungen, Rötungen oder einem Spannungs- und Druckgefühl. Diese Reaktionen klingen meist innerhalb weniger Stunden bis Tage von selbst ab und lassen sich durch Kühlung lindern.
Blutergüsse (Hämatome)
Durch den Einstich kann ein kleines Blutgefäß verletzt werden, sodass sich ein blauer Fleck bildet. Hämatome sind häufig, harmlos und verschwinden meist innerhalb einiger Tage; sie lassen sich in der Regel gut mit Make-up abdecken. Blutverdünnende Medikamente oder bestimmte Nahrungsergänzungsmittel können diese Neigung verstärken.
Druckschmerz und Berührungsempfindlichkeit
In den ersten Tagen können die behandelten Areale berührungsempfindlich sein oder leicht schmerzen. Besonders an den Lippen ist eine vorübergehende Empfindlichkeit normal. Diese Beschwerden klingen üblicherweise rasch ab.
Asymmetrien und Unregelmäßigkeiten
Das Ergebnis kann anfangs leicht ungleichmäßig wirken, etwa durch unterschiedliche Schwellungsneigung beider Seiten. Häufig gleicht sich dies in den folgenden Tagen aus. Bleibende kleine Asymmetrien lassen sich in einem Kontrolltermin meist gezielt nachkorrigieren – ein Vorteil der gut steuerbaren Hyaluronsäure.
Tastbare oder sichtbare Knötchen
Gelegentlich können sich an der Injektionsstelle kleine Verhärtungen oder Knötchen bilden, etwa bei oberflächlicher Lage oder Ansammlung von Material. Viele Knötchen sind vorübergehend und lassen sich durch Massage, Geduld oder – falls nötig – durch das Auflösen mit Hyaluronidase behandeln.
Tyndall-Effekt (bläuliche Verfärbung)
Wird Hyaluronsäure zu oberflächlich, etwa unter dünner Haut wie im Bereich der Tränenrinne, eingebracht, kann das Gel bläulich durchscheinen. Dieser sogenannte Tyndall-Effekt ist nicht gefährlich, kann aber stören; er lässt sich in der Regel durch das gezielte Auflösen des Materials beheben.
Infektionen und entzündliche Reaktionen
Wie bei jeder Injektion können trotz steriler Arbeitsweise Keime eindringen und eine örtliche Infektion auslösen, die sich durch zunehmende Rötung, Überwärmung, Schmerz oder Eiterbildung äußert. Solche Reaktionen sind selten, müssen aber ärztlich behandelt werden. Bei Anzeichen einer Infektion sollten Sie sich umgehend bei uns melden.
Allergische Reaktionen
Echte allergische Reaktionen auf moderne Hyaluronsäure-Präparate sind selten, da Hyaluronsäure körperähnlich ist. Möglich sind Reaktionen auf Begleitstoffe, etwa enthaltene Betäubungsmittel. Sehr selten kann eine ausgeprägte allergische Reaktion auftreten, die einer raschen ärztlichen Versorgung bedarf.
Spätreaktionen, verzögerte Knötchen und Biofilm
Wochen bis Monate nach der Behandlung können – selten – verzögerte entzündliche Reaktionen oder Knötchen auftreten, mitunter ausgelöst durch Infekte oder einen sogenannten Biofilm (eine Ansammlung von Mikroorganismen am Material). Solche Spätreaktionen erfordern eine ärztliche Beurteilung und werden je nach Befund mit Medikamenten und/oder dem Auflösen des Fillers behandelt.
Gefäßkomplikationen (Gefäßverschluss, Embolie)
Die ernsteste, wenn auch sehr seltene Komplikation ist die versehentliche Injektion von Material in ein Blutgefäß oder ein Druck auf ein Gefäß, wodurch die Durchblutung gestört wird (vaskulärer Verschluss). Folge können Hautblässe, starke Schmerzen und – unbehandelt – ein Absterben von Gewebe (Nekrose) sein. In der medizinischen Literatur sind in sehr seltenen Einzelfällen auch Sehstörungen bis hin zur Erblindung beschrieben, wenn Material in Gefäße gelangt, die das Auge versorgen. Fundierte anatomische Kenntnisse, geeignete Injektionstechniken und das sofort verfügbare Notfallmedikament Hyaluronidase, mit dem sich Hyaluronsäure rasch auflösen lässt, sind die zentralen Maßnahmen, um dieses Risiko zu minimieren und im Ernstfall schnell zu handeln. Bei plötzlichen starken Schmerzen, Hautverfärbungen oder Sehveränderungen ist umgehend ärztliche Hilfe erforderlich.
Kontraindikationen
Wann wir nicht behandeln
In bestimmten Situationen führen wir eine Behandlung nicht oder erst zu einem späteren Zeitpunkt durch – zu Ihrer Sicherheit.
- Schwangerschaft und Stillzeit – mangels ausreichender Sicherheitsdaten verzichten wir in dieser Zeit auf die Behandlung.
- Akute Infektionen, Entzündungen oder offene Hautstellen im Behandlungsareal (z. B. ein aktiver Lippenherpes); die Behandlung wird bis zum vollständigen Abklingen verschoben.
- Bekannte Allergie oder Unverträglichkeit gegenüber Hyaluronsäure oder enthaltenen Begleitstoffen wie lokalen Betäubungsmitteln.
- Aktive Autoimmun- oder chronisch-entzündliche Erkrankungen, die gegen eine Unterspritzung sprechen können – hier ist eine individuelle ärztliche Abwägung erforderlich.
- Bekannte Gerinnungsstörungen oder eine Therapie mit blutverdünnenden Medikamenten; eine Behandlung erfolgt nur nach ärztlicher Rücksprache und sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung.
- Neigung zu überschießender Narbenbildung (Keloiden) im geplanten Behandlungsareal.
- Frühere ausgeprägte oder verzögerte Reaktionen auf Filler in der Vorgeschichte.
- Permanente Filler oder unbekannte Fremdmaterialien im geplanten Areal – diese erfordern eine besonders sorgfältige Abklärung, da wir bewusst keine permanenten Filler verwenden.
- Unrealistische Erwartungen oder ein Behandlungswunsch, für den aus ärztlicher Sicht keine sinnvolle Indikation besteht.
Optionen
Alternativen & ergänzende Behandlungen
Hyaluronsäure-Filler eignen sich vor allem zum Ausgleich von Volumen- und Konturverlusten sowie zur Glättung von Ruhefalten. Falten, die überwiegend durch Muskelbewegung entstehen – etwa Zornes- oder Stirnfalten –, lassen sich dagegen häufig besser mit Botulinumtoxin behandeln, das die mimische Muskelaktivität gezielt dämpft. Nicht selten ergänzen sich beide Verfahren in einem abgestimmten Gesamtkonzept; was im Einzelfall sinnvoll ist, klären wir individuell.
Geht es weniger um Volumen als um die Qualität und Struktur der Hautoberfläche – etwa feine Fältchen, Pigmentveränderungen oder Narben –, können ablative Laserverfahren wie der CO₂-Laser oder der schonendere Erbium:YAG-Laser sinnvoller sein. Zur Behandlung von Pigment- oder Gefäßveränderungen sowie zur Tattooentfernung stehen mit dem Pico-Laser, dem Farbstoff-Laser und dem Nd:YAG-Laser weitere, jeweils auf die Indikation abgestimmte Verfahren zur Verfügung. Filler und Laser schließen sich nicht aus, sondern adressieren unterschiedliche Aspekte der Hautalterung.
Bei störenden kleinen Fettpolstern kann – je nach Befund – die Injektionslipolyse eine Option sein; bei einem grundsätzlichen Wunsch nach Gewichtsreduktion ist ein ärztlich begleitetes, medizinisches Gewichtsmanagement der seriösere Weg als eine ästhetische Unterspritzung. Bewusst verzichten wir auf permanente Filler: Ihr nicht abbaubares Material lässt sich bei unerwünschten Ergebnissen oder Spätkomplikationen nicht ohne Weiteres entfernen, weshalb wir ausschließlich abbaubare Präparate wie Hyaluronsäure einsetzen. Welche Behandlung – oder Kombination – für Ihr Anliegen am besten geeignet ist, besprechen wir ergebnisoffen im persönlichen Beratungsgespräch.
FAQ
Häufige Fragen
Antworten auf Fragen, die uns zur Behandlung „Hyaluronsäure-Filler“ besonders oft gestellt werden.
Quellen & Leitlinien
- AWMF-Leitlinienregister – Register der wissenschaftlich begründeten Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften (www.awmf.org).
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) – Fachgesellschaft für Dermatologie mit Empfehlungen und Patienteninformationen.
- Fachinformationen der eingesetzten Medizinprodukte sowie Bewertungen der zuständigen europäischen Behörden (u. a. EMA) zu Verträglichkeit und Anwendung.
- Veröffentlichungen ärztlicher Fachgesellschaften der ästhetischen Medizin zu Injektionstechnik, Komplikationsmanagement und dem Einsatz von Hyaluronidase.
Diese Informationen ersetzen nicht das persönliche ärztliche Aufklärungsgespräch. Vor jeder Behandlung klären wir Sie individuell über Ablauf, Risiken und Alternativen auf.
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In einem vertraulichen Gespräch in unserer Praxisetage im Albertus Zentrum Mönchengladbach nehmen wir uns Zeit für Ihre Fragen und prüfen, ob die Behandlung für Sie geeignet sein kann.
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