Injektabilia
Injektionslipolyse
Die Injektionslipolyse – umgangssprachlich „Fett-weg-Spritze“ – kann kleine, hartnäckige Fettdepots wie das Doppelkinn gezielt reduzieren, ganz ohne Operation.
Behandelbare Areale
- Doppelkinn
- Kinn-Hals-Kontur
- Bauch
- Kieferlinie
- Hüfte
- Reiterhosen
Manche Fettdepots halten sich hartnäckig – selbst bei gesunder Ernährung, normalem Gewicht und Bewegung. Besonders betroffen ist die Region unter dem Kinn, das oft anlagebedingte Doppelkinn. Die Injektionslipolyse, umgangssprachlich „Fett-weg-Spritze“, behandelt solche kleinen, klar abgrenzbaren Fettpolster ohne Operation.
Eine fettauflösende Wirkstofflösung wird mit feinen Nadeln in das Fettgewebe injiziert und löst die Fettzellen auf; die Abbauprodukte verarbeitet der Stoffwechsel. Das Ergebnis entwickelt sich daher schrittweise, meist über ein bis drei Sitzungen im Abstand von sechs bis acht Wochen. Sie ist keine Methode zur Gewichtsreduktion und ersetzt weder Ernährung noch Bewegung.
Alle Angaben dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung. Behandlungsergebnisse können individuell unterschiedlich ausfallen.
Indikationen
Für wen geeignet
Ob eine Behandlung in Ihrem Fall medizinisch sinnvoll ist, klären wir gemeinsam in einem persönlichen Beratungsgespräch. Typische Anliegen sind unter anderem:
- Doppelkinn bzw. Fettdepot unter dem Kinn (submentales Fett) bei ansonsten normalem Körpergewicht
- Kleine, klar abgrenzbare Fettpölsterchen, die sich trotz Sport und Ernährung nicht zurückbilden
- Unscharfe Kinn-Hals-Kontur, die durch ein lokales Fettdepot bedingt ist
- Kleinere Fettdepots an Wangen- oder Kieferlinie nach individueller ärztlicher Beurteilung
- Umschriebene Depots an Körperzonen wie Hüfte, Bauch oder Reiterhosen, sofern sie klein und gut abgrenzbar sind
- Patientinnen und Patienten, die eine Alternative zur operativen Fettabsaugung in kleinen Arealen suchen
- Anlagebedingte Fettpolster, die das harmonische Gesamtbild des Gesichts- oder Körperprofils stören
Schritt für Schritt
Behandlungsablauf
So läuft die Behandlung bei uns in der Regel ab – von der ersten Beratung bis zur Nachsorge.
Beratung und Aufklärung
Wir beurteilen das Fettdepot, klären Ihre Erwartungen und prüfen, ob die Injektionslipolyse für Sie geeignet ist. Sie werden über Wirkweise, realistische Ergebnisse, mögliche Nebenwirkungen, Alternativen und relevante Vorerkrankungen aufgeklärt.
Vorbereitung und Behandlungsplanung
Am Behandlungstag wird die Haut gereinigt und desinfiziert, das Areal vermessen und die Injektionspunkte markiert. Auf Wunsch kann eine betäubende Creme aufgetragen werden.
Injektion der Wirkstofflösung
Die fettauflösende Lösung wird mit sehr feinen Nadeln in geringen Mengen gezielt in das markierte Fettgewebe injiziert. Die Injektion dauert meist nur wenige Minuten; ein leichtes Brennen oder Druckgefühl lässt in der Regel rasch nach.
Direkt nach der Behandlung
Typisch sind danach eine Schwellung, gelegentlich Rötung, Druckgefühl oder kleine Blutergüsse – Teil der gewünschten Reaktion, die üblicherweise innerhalb einiger Tage abklingt.
Verlaufskontrolle
Der Fettabbau erfolgt allmählich über den Stoffwechsel; ein erster Effekt zeigt sich meist nach einigen Wochen. Beim Kontrolltermin beurteilen wir das Ergebnis und entscheiden, ob eine weitere Sitzung sinnvoll ist.
Transparenz
Preise
- Kleiner Bereichz. B. Doppelkinn
- 250 €
- Großer Bereichz. B. Bauch
- 450 €
Alle Preise sind Richtwerte zur ersten Orientierung. Die ärztliche Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ); der endgültige Betrag richtet sich nach dem individuellen Aufwand und wird vor der Behandlung transparent mit Ihnen besprochen. Für Behandlungen ohne Listenpreis nennen wir Ihnen den Richtwert gerne im Beratungsgespräch.
Aufklärung
Sicherheit & Aufklärung
Zu einer seriösen Behandlung gehört eine offene Aufklärung über mögliche Risiken und Nebenwirkungen – auch wenn sie selten auftreten.
Schwellung
Nahezu immer kommt es nach der Injektion zu einer deutlichen Schwellung des behandelten Areals – Teil des gewünschten Wirkprinzips. Sie ist in den ersten zwei bis drei Tagen am ausgeprägtesten und klingt in der Regel innerhalb etwa einer Woche ab; ein Restspannungsgefühl kann etwas länger bestehen.
Rötung, Wärmegefühl und Druckschmerz
Das behandelte Areal ist häufig gerötet, überwärmt und druckempfindlich – Ausdruck der lokalen Entzündungsreaktion, über die der Fettabbau eingeleitet wird. Diese Beschwerden lassen üblicherweise innerhalb weniger Tage nach und sprechen gut auf Kühlung an.
Blutergüsse (Hämatome)
Durch die Injektionen können kleine Blutgefäße verletzt werden. Blutergüsse sind harmlos, können aber je nach Ausprägung ein bis zwei Wochen sichtbar bleiben; bei Einnahme gerinnungshemmender Medikamente ist das Risiko erhöht.
Vorübergehende Taubheitsgefühle
Im behandelten Areal kann die Hautempfindung für einige Tage bis Wochen vermindert sein. Solche Sensibilitätsstörungen bilden sich in aller Regel vollständig zurück.
Knötchen und Verhärtungen
Im Verlauf des Fettabbaus können sich vorübergehend tastbare Knötchen oder Verhärtungen (Indurationen) bilden. Sie sind meist Ausdruck des Umbauprozesses und lösen sich üblicherweise über Wochen von selbst; gelegentlich unterstützen sanfte Lymphdrainage oder ärztlich angeleitete Massage die Rückbildung.
Schluck- oder Spannungsbeschwerden bei Kinnbehandlung
Nach Behandlung des Doppelkinns können Schwellung und Spannungsgefühl das Schlucken oder Sprechen vorübergehend als unangenehm erscheinen lassen. Diese Beschwerden sind in der Regel mild und klingen mit der Schwellung ab; bei ausgeprägten Schluckbeschwerden sollten Sie sich umgehend bei uns melden.
Infektion
Wie bei jeder Injektion besteht ein geringes Infektionsrisiko; durch steriles Arbeiten und sorgfältige Hautdesinfektion ist es sehr niedrig. Zunehmende Rötung, Schmerzen, Überwärmung oder Fieber nach einigen Tagen sind jedoch Warnzeichen, die ärztlich abgeklärt werden sollten.
Vorübergehende Nervenirritation
Selten kann im Kinnbereich ein kleiner Ast des Gesichtsnervs (Ramus marginalis mandibulae) gereizt werden, was zu einer vorübergehenden Schwäche der Unterlippenbewegung mit asymmetrischem Lächeln führen kann. Nach den vorliegenden Daten bildet sich dies fast immer innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten vollständig zurück. Genaue Anatomiekenntnis und konservative Injektionstechnik minimieren dieses Risiko.
Konturunregelmäßigkeiten und sehr seltene Gewebeschäden
Selten können nach dem Fettabbau leichte Unregelmäßigkeiten, Asymmetrien oder – bei vorbestehend schwacher Hautelastizität – eine sichtbare Hauterschlaffung auftreten. Sehr selten sind bei unbeabsichtigter Injektion außerhalb des Fettgewebes Gewebeschädigungen bis hin zu umschriebenen Hautdefekten (Nekrosen) sowie allergische Reaktionen auf Bestandteile der Lösung beschrieben. Eine sorgfältige Indikationsstellung, Markierung und Injektionstechnik durch erfahrene ärztliche Hand ist daher entscheidend.
Wann wir nicht behandeln
In bestimmten Situationen führen wir eine Behandlung nicht oder erst zu einem späteren Zeitpunkt durch – zu Ihrer Sicherheit.
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Akute Infektionen oder entzündliche Hautveränderungen im Behandlungsareal (z. B. Herpes, eitrige Entzündungen, aktive Akne im Areal)
- Bekannte Überempfindlichkeit gegen Desoxycholsäure oder andere Bestandteile der Wirkstofflösung
- Schwere Leber- oder Nierenerkrankungen, da die freigesetzten Fettbestandteile über den Stoffwechsel abgebaut werden müssen
- Relevante Gerinnungsstörungen; die Einnahme gerinnungshemmender Medikamente erfordert eine individuelle ärztliche Abwägung
- Deutliches Übergewicht bzw. Adipositas – hier ist die Injektionslipolyse nicht die geeignete Methode; sinnvoller ist zunächst ein strukturiertes Gewichtsmanagement
- Ausgeprägte Hauterschlaffung im Behandlungsareal, da nach dem Fettabbau ein Hautüberschuss sichtbar werden kann
- Lymphabflussstörungen oder ausgeprägte Lymphödeme im Behandlungsgebiet
- Vorbestehende Schluckstörungen (Dysphagie) bei geplanter Behandlung des Kinn-Hals-Bereichs
- Schwere Allgemeinerkrankungen, akute fieberhafte Infekte sowie unzureichend eingestellte Stoffwechselerkrankungen – Behandlung erst nach Stabilisierung
Diese Informationen ersetzen nicht das persönliche ärztliche Aufklärungsgespräch. Vor jeder Behandlung klären wir Sie individuell über Ablauf, Risiken und Alternativen auf.
Für Interessierte
Medizinische Details & Vertiefung
Wirkprinzip & Studienlage
Lokale Fettdepots wie das Doppelkinn entstehen nicht allein durch das Körpergewicht. Anzahl und Verteilung der Fettzellen (Adipozyten) sind großteils anlagebedingt und werden zusätzlich durch hormonelle Faktoren und das Alter beeinflusst. Beim Abnehmen verkleinern sich die Fettzellen zwar, ihre Anzahl in einer Region bleibt jedoch weitgehend bestehen – deshalb bilden sich umschriebene Depots trotz Sport und Ernährung kaum zurück.
Die Injektionslipolyse setzt an diesen Fettzellen an. Verwendet wird in der Regel eine Wirkstofflösung auf Basis von Desoxycholsäure, einer der körpereigenen Gallensäure nachempfundenen Substanz. In das Fettgewebe injiziert, destabilisiert sie die Zellmembran der Adipozyten, sodass diese aufgelöst werden (fachsprachlich Adipozytolyse). Spezialisierte Fresszellen des Immunsystems (Makrophagen) nehmen die freigesetzten Fettbestandteile auf und führen sie über Lymphsystem und Leberstoffwechsel dem natürlichen Abbau zu. Diese gewollte Entzündungsreaktion erklärt die typische Schwellung, Rötung und Druckempfindlichkeit – sie ist kein Behandlungsfehler. In der Fachliteratur wird eine begleitende Hautstraffung diskutiert; ein verlässlicher Straffungseffekt lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Weil der Abbau über den Stoffwechsel Zeit benötigt, entwickelt sich das Ergebnis schrittweise; pro Sitzung wird nur eine begrenzte, sicher dosierbare Wirkstoffmenge eingesetzt. Die aufgelösten Fettzellen bilden sich nach heutigem Kenntnisstand nicht neu, verbleibende Zellen können sich bei deutlicher Gewichtszunahme aber vergrößern – ein stabiles Körpergewicht ist daher die wichtigste Voraussetzung für ein langfristig zufriedenstellendes Ergebnis. Die Injektionslipolyse formt Konturen, sie reduziert kein Körpergewicht.
Am besten untersucht ist die Injektionslipolyse für das submentale Fett, also das Doppelkinn. Für Desoxycholsäure liegen hierzu kontrollierte Zulassungsstudien und systematische Übersichtsarbeiten vor, die eine messbare Reduktion des Fettdepots und eine hohe Patientenzufriedenheit bei insgesamt überschaubarem, überwiegend vorübergehendem Nebenwirkungsprofil zeigen. Auf dieser Grundlage wurde ein Desoxycholsäure-Präparat – unter anderem in den USA und zeitweise in Europa – für die Behandlung des submentalen Fetts zugelassen.
Für andere Körperareale wie Hüfte, Bauch oder Reiterhosen ist die Studienlage deutlich dünner und wegen unterschiedlicher Wirkstoffzusammensetzungen, Dosierungen und Protokolle nur eingeschränkt vergleichbar; das individuelle Ansprechen kann unterschiedlich ausfallen. Je nach Präparat kann die Behandlung zudem eine zulassungsüberschreitende Anwendung (Off-Label-Use) darstellen – in der ästhetischen Medizin verbreitet, aber mit erhöhten Anforderungen an die ärztliche Aufklärung. Wir legen den Status des verwendeten Präparats offen und besprechen ehrlich, was die Studienlage für Ihr Anliegen hergibt und wo ihre Grenzen liegen.
Vorbereitung auf die Behandlung
Mit einigen einfachen Maßnahmen vor dem Termin tragen Sie selbst zu einem möglichst guten und komplikationsarmen Ergebnis bei.
- Gerinnungshemmende Medikamente (z. B. ASS, andere Blutverdünner) niemals eigenmächtig absetzen – besprechen Sie die Einnahme vorab mit uns und gegebenenfalls mit Ihrer verordnenden Ärztin oder Ihrem verordnenden Arzt.
- In den 24–48 Stunden vor der Behandlung möglichst auf Alkohol verzichten, da er die Neigung zu Blutergüssen und Schwellungen erhöhen kann.
- Das Behandlungsareal sollte reizfrei sein: keine frischen Sonnenbrände, keine akuten Hautentzündungen, kein frisches Peeling im Areal; intensive Sonne und Solarium in den Tagen vor dem Termin meiden.
- Kommen Sie gesund und infektfrei zum Termin; bei fieberhaften Infekten verschieben wir die Behandlung.
- Erscheinen Sie möglichst ohne Make-up bzw. Cremes im Behandlungsareal und planen Sie nach dem Termin keine wichtigen gesellschaftlichen Anlässe für die ersten Tage ein, da eine sichtbare Schwellung zu erwarten ist.
Nachsorge
Die richtige Pflege nach der Behandlung unterstützt die Heilung und das Ergebnis. Sie erhalten von uns individuelle Empfehlungen – in der Regel gilt:
- Kühlen Sie das Areal in den ersten Stunden sanft (Kühlpack in ein Tuch gewickelt, nie direkt auf die Haut) – das lindert Schwellung und Spannungsgefühl.
- Vermeiden Sie in den ersten Tagen Druck, Reiben und kräftige Massagen im behandelten Bereich, sofern wir nichts anderes mit Ihnen besprochen haben.
- Verzichten Sie für etwa 5–7 Tage auf intensiven Sport, Sauna, Dampfbad und heiße Vollbäder, da Wärme und Kreislaufbelastung die Schwellung verstärken können.
- Meiden Sie direkte Sonneneinstrahlung und Solarium, solange das Areal gereizt ist, und schützen Sie die behandelte Haut konsequent mit Lichtschutzfaktor 50+.
- Halten Sie die Einstichstellen in den ersten 24 Stunden sauber und tragen Sie in dieser Zeit kein Make-up auf das Areal auf.
- Trinken Sie ausreichend Wasser und verzichten Sie in den ersten Tagen möglichst auf Alkohol – das kann den Abtransport der Abbauprodukte unterstützen.
- Melden Sie sich umgehend bei uns bei Warnzeichen wie zunehmenden Schmerzen, ausgeprägter Rötung, Überwärmung, Fieber, Hautverfärbungen oder anhaltenden Schluckbeschwerden.
- Nehmen Sie den vereinbarten Kontrolltermin wahr – erst dann lässt sich das Ergebnis der Sitzung beurteilen und über eine eventuelle Folgebehandlung entscheiden.
FAQ
Häufige Fragen
Antworten auf Fragen, die uns zur Behandlung „Injektionslipolyse“ besonders oft gestellt werden.
Quellen & Leitlinien
- Fachinformationen Desoxycholsäure-haltiger Arzneimittel (Zulassungsunterlagen der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) bzw. der US-amerikanischen FDA zur Behandlung des submentalen Fetts)
- Kontrollierte Studien und systematische Übersichtsarbeiten zur Injektionslipolyse mit Desoxycholsäure in begutachteten dermatologischen und ästhetisch-medizinischen Fachzeitschriften
- AWMF-Leitlinienregister – Leitlinien zu ästhetisch-dermatologischen Verfahren sowie S3-Leitlinie zur Prävention und Therapie der Adipositas (zur Abgrenzung von lokaler Konturbehandlung und Gewichtsreduktion)
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) – Fachinformationen zu ästhetisch-dermatologischen Behandlungsverfahren
Persönliche Beratung
Vereinbaren Sie ein persönliches Beratungsgespräch
In einem vertraulichen Gespräch in unserer Praxisetage im Albertus Zentrum Mönchengladbach nehmen wir uns Zeit für Ihre Fragen und prüfen, ob die Behandlung für Sie geeignet sein kann.
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