Körper & Gewicht
Kryolipolyse
Die Kryolipolyse reduziert kleine, hartnäckige Fettpolster gezielt durch kontrollierte Kälte – nicht-invasiv, ohne Operation und ohne nennenswerte Ausfallzeit. In unserer Praxis kombinieren wir die Kältebehandlung mit einer anschließenden Stoßwellentherapie.
Behandelbare Areale
- Bauch
- Hüften / Flanken
- Reiterhosen
- Oberschenkel
- Doppelkinn
- Oberarme
- Rücken- / BH-Fett
Manche Fettpolster halten sich hartnäckig – auch bei normalem Körpergewicht, gesunder Ernährung und regelmäßiger Bewegung. Häufig betrifft das Zonen wie Bauch, Hüften und Flanken, Reiterhosen oder das Doppelkinn, deren Form zu einem großen Teil anlagebedingt ist. Die Kryolipolyse behandelt solche umschriebenen Fettdepots gezielt, ohne Operation und ohne Spritze.
Das Verfahren nutzt ein physikalisches Prinzip: Fettzellen reagieren empfindlicher auf Kälte als das umgebende Gewebe und werden nach kontrollierter Kühlung über die folgenden Wochen körpereigen abgebaut. Die Kryolipolyse ist dabei kein Verfahren zur Gewichtsreduktion, sondern eignet sich für klar abgrenzbare Depots bei normalgewichtigen Personen.
Alle Angaben dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung. Behandlungsergebnisse können individuell unterschiedlich ausfallen.
Indikationen
Für wen geeignet
Ob eine Behandlung in Ihrem Fall medizinisch sinnvoll ist, klären wir gemeinsam in einem persönlichen Beratungsgespräch. Typische Anliegen sind unter anderem:
- Bauch und untere Bauchregion bei normalem Körpergewicht
- Hüften und Flanken (Love Handles)
- Reiterhosen an der Außenseite der Oberschenkel
- Innenseite der Oberschenkel
- Doppelkinn bzw. Fettdepot unter dem Kinn (mit kleinem Applikator)
- Oberarme
- Rücken- und BH-Fettpölsterchen
- Kleine, klar abgrenzbare Fettdepots, die sich trotz Sport und Ernährung nicht zurückbilden
- Personen, die eine nicht-operative Alternative zur Fettabsaugung für kleine Areale suchen
Schritt für Schritt
Behandlungsablauf
So läuft die Behandlung bei uns in der Regel ab – von der ersten Beratung bis zur Nachsorge.
Beratung und Voruntersuchung
Wir beurteilen das Fettdepot, prüfen die Beschaffenheit von Haut und Gewebe und klären, ob die Kryolipolyse für Sie geeignet ist. Dabei klären wir Sie über Wirkweise, realistische Ergebnisse, mögliche Nebenwirkungen und Alternativen auf; Vorerkrankungen und mögliche Kontraindikationen (etwa Kälteerkrankungen) werden sorgfältig erfasst.
Vorbereitung und Ansetzen des Applikators
Das Areal wird vermessen und markiert, zum Schutz der Haut ein Gel-Fleece aufgelegt. Anschließend wird der passende Applikator – die Handstücke gibt es in drei Größen – mit einem Vakuum schonend angesetzt, sodass das Fettpolster sanft angesaugt wird.
Kontrollierte Kühlung (in der Regel 60 Minuten)
Das angesaugte Areal wird präzise heruntergekühlt und für etwa 60 Minuten kontrolliert gehalten; ein gepulstes Vakuum in zehn Stufen unterstützt Durchblutung und Lymphabfluss. Nach den ersten Minuten, wenn das Ansaug- und Kältegefühl nachgelassen hat, ist die Behandlung in der Regel gut verträglich.
Stoßwellen-Nachbehandlung
Im Anschluss an die Kühlung behandeln wir das Areal mit einem Stoßwellengerät. Nach unserer Erfahrung – und gestützt durch einzelne Studien – kann diese Nachbehandlung Fettabbau und Lymphabfluss zusätzlich unterstützen.
Ergebnis und Kontrolle
Nach dem Abnehmen des Applikators ist das Areal vorübergehend kühl, gerötet und fest. Der eigentliche Fettabbau erfolgt schrittweise über mehrere Wochen; bei einem Kontrolltermin beurteilen wir das Ergebnis und besprechen, ob eine zweite Sitzung sinnvoll ist.
Transparenz
Preise
- Kleiner Bereichz. B. Doppelkinn, Oberarme
- 250 €
- Großer Bereichz. B. Bauch, Flanken
- 350 €
Die Anzahl der nötigen Areale und Sitzungen besprechen wir in der Voruntersuchung.
Alle Preise sind Richtwerte zur ersten Orientierung. Die ärztliche Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ); der endgültige Betrag richtet sich nach dem individuellen Aufwand und wird vor der Behandlung transparent mit Ihnen besprochen. Für Behandlungen ohne Listenpreis nennen wir Ihnen den Richtwert gerne im Beratungsgespräch.
Aufklärung
Sicherheit & Aufklärung
Zu einer seriösen Behandlung gehört eine offene Aufklärung über mögliche Risiken und Nebenwirkungen – auch wenn sie selten auftreten.
Rötung, Schwellung und Kältegefühl
Direkt nach der Behandlung ist das Areal typischerweise gerötet, geschwollen, kühl und vorübergehend fest. Diese Reaktionen sind harmlos und klingen meist innerhalb von Minuten bis einigen Tagen ab.
Vorübergehendes Taubheitsgefühl
Durch die Kälteeinwirkung kann die Hautempfindung im behandelten Areal für einige Tage bis wenige Wochen vermindert sein. Diese Sensibilitätsstörung bildet sich in aller Regel vollständig zurück.
Druckempfindlichkeit und Muskelkatergefühl
Das Areal kann in den Tagen nach der Behandlung druckempfindlich sein; manche beschreiben ein ziehendes oder muskelkaterähnliches Gefühl. Auch dies ist vorübergehend.
Blutergüsse
Durch das Ansaugen mit Vakuum können vereinzelt kleine Blutergüsse entstehen, die nach einigen Tagen von selbst verblassen. Bei Einnahme gerinnungshemmender Medikamente ist das Risiko erhöht.
Paradoxe Fettgewebsvermehrung (PAH)
Sehr selten kann sich das behandelte Fettdepot über Monate vergrößern statt verkleinern. Diese paradoxe Adipozytenhyperplasie ist nicht gesundheitsschädlich, kann das ästhetische Ergebnis aber beeinträchtigen und gegebenenfalls eine operative Korrektur (Fettabsaugung) erforderlich machen.
Kälteschäden der Haut (sehr selten)
Bei unsachgemäßer Anwendung sind Erfrierungen oder umschriebene Hautschäden grundsätzlich denkbar. Durch das schützende Gel-Fleece, die kontrollierte Temperaturführung des Systems und die ärztliche Überwachung wird dieses Risiko sehr gering gehalten.
Anhaltende Schmerzen oder Missempfindungen
In seltenen Fällen können Schmerzen oder Missempfindungen im Areal über die üblichen Tage hinaus anhalten. Sollten Beschwerden ungewöhnlich stark sein oder nicht abklingen, melden Sie sich bitte bei uns.
Wann wir nicht behandeln
In bestimmten Situationen führen wir eine Behandlung nicht oder erst zu einem späteren Zeitpunkt durch – zu Ihrer Sicherheit.
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Kälteassoziierte Erkrankungen wie Kälteagglutinin-Krankheit, Kryoglobulinämie, paroxysmale Kältehämoglobinurie oder Kälteurtikaria
- Durchblutungsstörungen wie das Raynaud-Syndrom
- Hernien (z. B. Nabel- oder Leistenbruch) im oder am Rand des Behandlungsgebiets
- Offene, entzündete oder erkrankte Haut im Behandlungsareal
- Deutliches Übergewicht bzw. Adipositas – hier ist die Kryolipolyse nicht die geeignete Methode
- Relevante Gerinnungsstörungen bzw. Einnahme blutverdünnender Medikamente (individuelle ärztliche Abwägung)
- Ausgeprägte Gefühlsstörungen (Neuropathien) im Behandlungsareal
- Frische Narben oder Implantate im Behandlungsgebiet ohne ärztliche Freigabe
Diese Informationen ersetzen nicht das persönliche ärztliche Aufklärungsgespräch. Vor jeder Behandlung klären wir Sie individuell über Ablauf, Risiken und Alternativen auf.
Für Interessierte
Medizinische Details & Vertiefung
Wirkprinzip & Studienlage
Die Anzahl und Verteilung der Fettzellen (Adipozyten) ist zu einem großen Teil anlagebedingt. Bei einer Gewichtsabnahme verkleinern sich die Fettzellen zwar, ihre Anzahl in einer Region bleibt jedoch weitgehend gleich – deshalb halten sich umschriebene Depots an Bauch, Flanken oder unter dem Kinn trotz Sport und ausgewogener Ernährung hartnäckig.
Die Kryolipolyse macht sich zunutze, dass Fettzellen empfindlicher auf Kälte reagieren als die umliegenden Strukturen wie Haut, Muskulatur, Gefäße und Nerven. Wird das Fettgewebe kontrolliert auf eine definierte Temperatur heruntergekühlt und über etwa 60 Minuten dort gehalten, lösen die Fettzellen einen programmierten Zelltod (Apoptose) aus – die selektive Kryolyse. Das umgebende Gewebe bleibt dabei weitgehend unbeeinflusst, was die Behandlung zu einem schonenden, nicht-invasiven Verfahren macht.
Entscheidend für Sicherheit und Ergebnis ist die präzise, gleichmäßige Temperaturführung; ein schützendes Gel-Fleece zwischen Applikator und Haut beugt Kälteschäden der Hautoberfläche vor. Die geschädigten Fettzellen werden anschließend über mehrere Wochen durch körpereigene Fresszellen (Makrophagen) abgebaut und über Lymphsystem und Leberstoffwechsel abtransportiert – deshalb entwickelt sich das Ergebnis allmählich. Die Stoßwellenbehandlung soll diesen Prozess über eine Anregung von Durchblutung und Lymphfluss unterstützen.
Die Kryolipolyse ist ein etabliertes, seit vielen Jahren eingesetztes Verfahren zur nicht-invasiven Reduktion umschriebener Fettdepots; das zugrunde liegende Prinzip der selektiven Kältewirkung auf Fettzellen ist wissenschaftlich beschrieben und behördlich anerkannt. Kontrollierte Studien und Übersichtsarbeiten zeigen für geeignete Areale eine messbare Reduktion der Fettschichtdicke bei insgesamt günstigem Sicherheitsprofil. Zur ergänzenden Stoßwellenbehandlung gibt es Hinweise aus einzelnen, kleinen Studien; ein verbindliches Wirkversprechen lässt sich daraus nicht ableiten.
Wichtig für Ihre Einordnung: Das individuelle Ansprechen auf die Kryolipolyse ist unterschiedlich, und nicht jedes Areal eignet sich gleich gut. Seltene Nebenwirkungen wie die paradoxe Fettgewebsvermehrung sind beschrieben und gehören in eine ehrliche Aufklärung. Die Kryolipolyse ist zudem ausdrücklich kein Verfahren zur Gewichtsreduktion – für diese Indikation sind ärztlich begleitete Konzepte die geeignete Wahl.
Vorbereitung auf die Behandlung
Mit einigen einfachen Maßnahmen vor dem Termin tragen Sie selbst zu einem möglichst guten und komplikationsarmen Ergebnis bei.
- Kommen Sie mit stabilem Körpergewicht zur Behandlung – die Kryolipolyse formt Konturen, sie ersetzt keine Gewichtsreduktion.
- Das Behandlungsareal sollte reizfrei sein: keine offene oder entzündete Haut, keine frischen Sonnenbrände.
- Besprechen Sie die Einnahme gerinnungshemmender Medikamente vorab mit uns – bitte niemals eigenmächtig absetzen.
- Tragen Sie am Behandlungstag bequeme Kleidung, unter der das behandelte Areal gut zugänglich ist.
- Planen Sie für die Sitzung ausreichend Zeit ein.
Nachsorge
Die richtige Pflege nach der Behandlung unterstützt die Heilung und das Ergebnis. Sie erhalten von uns individuelle Empfehlungen – in der Regel gilt:
- Eine kurze Massage des Areals direkt nach der Behandlung unterstützt die Erwärmung und kann den Effekt begünstigen – wir zeigen Ihnen, wie.
- Sie sind sofort wieder alltags- und gesellschaftsfähig; ein vorübergehendes Taubheits- oder Spannungsgefühl ist normal.
- Trinken Sie in den Tagen nach der Behandlung ausreichend Wasser und bewegen Sie sich normal – das unterstützt den Abtransport der Abbauprodukte.
- Haben Sie Geduld: Das Ergebnis entwickelt sich über mehrere Wochen, das Endergebnis ist nach etwa acht bis zwölf Wochen zu beurteilen.
- Melden Sie sich bei ungewöhnlich starken Schmerzen, anhaltender Taubheit, Hautverfärbungen oder Blasenbildung umgehend bei uns.
- Nehmen Sie den vereinbarten Kontrolltermin wahr – erst dann lässt sich beurteilen, ob eine zweite Sitzung sinnvoll ist.
FAQ
Häufige Fragen
Antworten auf Fragen, die uns zur Behandlung „Kryolipolyse“ besonders oft gestellt werden.
Quellen & Leitlinien
- Grundlagenarbeiten und Übersichtsarbeiten zur selektiven Kryolyse (Kryolipolyse) in begutachteten dermatologischen und ästhetisch-medizinischen Fachzeitschriften
- Publikationen zur kombinierten Anwendung von Kryolipolyse und akustischer Stoßwellentherapie (u. a. Arbeiten zur zusätzlichen Reduktion der Fettschichtdicke)
- Fallberichte und Übersichten zur paradoxen Adipozytenhyperplasie (PAH) als seltener Nebenwirkung der Kryolipolyse
- AWMF-Leitlinienregister – S3-Leitlinie zur Prävention und Therapie der Adipositas (zur Abgrenzung von lokaler Konturbehandlung und Gewichtsreduktion)
Persönliche Beratung
Vereinbaren Sie ein persönliches Beratungsgespräch
In einem vertraulichen Gespräch in unserer Praxisetage im Albertus Zentrum Mönchengladbach nehmen wir uns Zeit für Ihre Fragen und prüfen, ob die Behandlung für Sie geeignet sein kann.
Weitere Behandlungen
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Bei sehr kleinen, umschriebenen Depots wie einem Doppelkinn kann die Injektionslipolyse (Fett-weg-Spritze) eine geeignete Alternative sein; bei größeren oder ausgeprägten Fettarealen ist häufig eine operative Fettabsaugung (Liposuktion) wirksamer, die wir nicht selbst anbieten, in der Beratung aber offen ansprechen. Steht die allgemeine Gewichtssituation im Vordergrund und nicht ein einzelnes Fettpolster, ist unser Medizinisches Gewichtsmanagement der ehrlichere Weg.