Allergologie
Allergietherapie
Behandlung von Allergien auf drei Wegen: Meiden des Auslösers (Karenz), Hyposensibilisierung als ursächliche Therapie und symptomlindernde Medikamente.
Überblick
Steht der Auslöser einer Allergie fest, richtet sich die Behandlung danach aus. Drei Ansätze ergänzen sich: das Meiden des Allergens (Karenz), die Hyposensibilisierung als ursächlich ausgerichtete Therapie sowie die medikamentöse Linderung der Symptome.
Welcher Weg – oder welche Kombination – für Sie sinnvoll ist, legen wir nach der Allergiediagnostik gemeinsam fest. Die Hyposensibilisierung gehört dabei in die Hand einer allergologisch erfahrenen Ärztin oder eines Arztes.
Anwendungsgebiete
- Nachgewiesene Allergie mit belastenden Beschwerden
- Heuschnupfen und allergischer Schnupfen
- Allergisches Asthma (in Abstimmung mit der weiteren Behandlung)
- Insektengiftallergie
- Wenn das Meiden des Auslösers allein nicht ausreicht
Ablauf
Allergenkarenz (Meiden des Auslösers)
Ist das auslösende Allergen bekannt, ist das konsequente Meiden die grundlegende Maßnahme. Bei Aeroallergenen wie Pollen oder Schimmelpilzen ist das nicht immer möglich – hier können sich Aufenthalte im Hochgebirge oder an Küsten- und Inselregionen günstig auswirken (Klimatherapie).
Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie)
Sie ist die derzeit einzige Behandlung, die an der Ursache der Allergie ansetzt, und zielt darauf ab, die Empfindlichkeit gegenüber dem Auslöser zu verringern. Dabei wird das Allergen in regelmäßigen Abständen in langsam steigender Dosis verabreicht – als Spritze unter die Haut oder als Tropfen. Die Behandlung beginnt möglichst vor der Allergiesaison und erstreckt sich in der Regel über etwa drei Jahre. Nach jeder Injektion ist eine Nachbeobachtung von etwa 30 Minuten erforderlich.
Medikamentöse Therapie
Die medikamentöse Behandlung wirkt symptomatisch und lindert die Beschwerden. Eingesetzt werden – lokal oder als Tablette – entzündungshemmende und antiallergisch wirkende Medikamente. Auswahl und Dosierung legen wir individuell fest.
Was Sie erwartet
- Die Hyposensibilisierung läuft über etwa drei Jahre mit regelmäßigen Terminen und sollte vor der Allergiesaison begonnen werden.
- Nach jeder Injektion bleiben Sie etwa 30 Minuten zur Nachbeobachtung in der Praxis.
- Die medikamentöse Therapie lindert die Symptome, beseitigt aber nicht die Ursache.
- Das Meiden des Auslösers bleibt – wo möglich – die wichtigste Maßnahme.
- Verzichten Sie am Tag der Injektion auf starke körperliche Anstrengung, Sauna, heiße Bäder und Alkohol – sie können Reaktionen begünstigen.
Risiken & Hinweise
- Bei der subkutanen Hyposensibilisierung (Spritze) kann es – selten – zu stärkeren, auch systemischen allergischen Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock kommen, am ehesten in den ersten 30 Minuten. Deshalb erfolgt sie durch erfahrene ärztliche Hand mit anschließender Nachbeobachtung von mindestens 30 Minuten und Notfallbereitschaft; bei der sublingualen Form (Tropfen/Tabletten) sind meist mildere, lokale Reaktionen im Mundbereich zu erwarten.
- Nicht in jeder Situation ist eine Hyposensibilisierung geeignet – etwa bei unzureichend kontrolliertem Asthma, in der Schwangerschaft (Neubeginn) oder bei bestimmten Begleitmedikamenten (z. B. Betablocker). Eignung und Gegenanzeigen prüfen wir vor Beginn.
- Medikamente zur Symptomlinderung können je nach Wirkstoff Nebenwirkungen haben; wir wählen sie individuell aus und besprechen sie mit Ihnen.
- Das vollständige Meiden mancher Allergene (z. B. Pollen) ist im Alltag oft nicht möglich.
Empfehlungen bei Pollenallergie
- Fenster morgens geschlossen halten und eher abends lüften.
- Gartenarbeiten zur Hauptflugzeit möglichst meiden.
- Urlaubszeitraum und -ort bewusst planen (z. B. Gebirge, Küste).
- Mögliche Kreuzreaktionen mit Lebensmitteln (z. B. bestimmte Kräutertees, Honig) beachten.
Empfehlungen bei Hausstaubmilbenallergie
- Für ausreichend Frischluft sorgen und die Luftfeuchtigkeit unter 50 % halten.
- Abwischbare Fußböden bevorzugen.
- Milbendichte Bettbezüge (Encasings) verwenden.
- Klimaanlagen eher meiden.
Empfehlungen bei Schimmelpilzallergie
- Feuchte Wände und Mauern sanieren.
- Möglichst keine Topfpflanzen im Wohn-/Schlafbereich.
- Auf eine geringe Luftfeuchtigkeit achten.
Häufige Fragen
- Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Allergien?
- Drei sich ergänzende Wege: das Meiden des Auslösers (Karenz), die Hyposensibilisierung als ursächliche Therapie und die medikamentöse Linderung der Symptome. Was sinnvoll ist, legen wir nach der Diagnostik gemeinsam fest.
- Was ist eine Hyposensibilisierung?
- Die Behandlung, die an der Ursache ansetzt: Das Allergen wird in langsam steigender Dosis verabreicht (als Spritze oder Tropfen), um die Empfindlichkeit zu verringern. Sie läuft in der Regel über etwa drei Jahre.
- Wie lange dauert eine Hyposensibilisierung?
- In der Regel etwa drei Jahre mit regelmäßigen Terminen. Sie wird möglichst vor der Allergiesaison begonnen; nach jeder Injektion folgt eine kurze Nachbeobachtung in der Praxis.
- Was kann ich selbst tun?
- Wo möglich, hilft das Meiden des Auslösers am meisten. Für Pollen-, Hausstaubmilben- und Schimmelpilzallergien finden Sie auf dieser Seite konkrete Alltagsempfehlungen.