Dermatologie
Hautkrebsvorsorge & Früherkennung
Vorsorge und Früherkennung von Hautkrebs mit modernster Diagnostik: computergestütztes Muttermal-Mapping (FotoFinder®), hochauflösender 20-MHz-Ultraschall und die in aller Regel schmerzarme Impedanzspektroskopie (Nevisense®).
Überblick
Man unterscheidet drei Hauptformen von Hautkrebs: das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom (zusammen der helle Hautkrebs) sowie das maligne Melanom (der schwarze Hautkrebs). Hautkrebs – und besonders das maligne Melanom – nimmt weltweit deutlich zu. Häufige Sonnenbrände, Hautkrebsfälle in der eigenen Familie und eine große Zahl von Pigmentmalen (Muttermalen) erhöhen das Risiko zusätzlich.
Wird Hautkrebs früh erkannt, ist er in vielen Fällen gut behandelbar und heilbar. Entscheidend sind dafür regelmäßige – in der Regel jährliche – Vorsorge- und Kontrolluntersuchungen, die uns in unserer Praxis besonders am Herzen liegen. Wurde bereits ein Hautkrebs festgestellt, sind neben der Behandlung regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen wichtig.
Der wirksamste Schutz ist die Vorbeugung. Besonders Kinder brauchen konsequenten Sonnenschutz – Säuglinge im ersten Lebensjahr sollten möglichst gar nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden. Bei Erwachsenen sind die sogenannten Sonnenterrassen besonders gefährdet, also Stellen mit intensiver UV-Belastung wie Nasenrücken, Ohren, Lippen, Kinn, Schultern, Rücken, Fußrücken und – bei Glatzenbildung – die Kopfhaut.
Anwendungsgebiete
- Jährliche Hautkrebsvorsorge im Erwachsenenalter – bei erhöhtem Risiko ggf. häufiger
- Viele oder auffällige Pigmentmale (Muttermale)
- Hautkrebsfälle in der eigenen Familie
- Heller Hauttyp, häufige Sonnenbrände in der Vorgeschichte, intensive UV- oder Solariumnutzung
- Neue, wachsende oder sich verändernde Hautveränderungen
- Verlaufskontrolle bekannter Muttermale (Muttermalatlas)
- Nachsorge nach bereits behandeltem Hautkrebs
Ablauf
Anamnese und Ganzkörper-Inspektion
Zunächst besprechen wir Ihre Vorgeschichte und mögliche Risikofaktoren. Anschließend untersuchen wir die gesamte Haut systematisch – auch an schwer einsehbaren Stellen.
Computergestütztes Muttermal-Mapping (FotoFinder®)
Mit dem auf digitaler Auflichtmikroskopie (Epilumineszenz) basierenden FotoFinder®-System legen wir bei Bedarf einen individuellen Muttermalatlas des gesamten Körpers an. Die medicam 1000s liefert Mikrobilder mit bis zu 400-facher Vergrößerung; der Moleanalyzer pro® stellt Farbe, Ränder, Symmetrie und Struktur dar und unterstützt die Bewertung mit einer an den Universitäten Tübingen und Heidelberg entwickelten künstlichen Intelligenz. So lassen sich auffällige Veränderungen früh erkennen und Verläufe objektiv vergleichen.
20-MHz-Ultraschall (hochauflösende Sonographie)
Die 20-MHz-Sonographie ist ein bildgebendes, nichtinvasives Verfahren mit sehr hoher Auflösung. Es stellt die Haut und darunterliegende Strukturen detailliert dar und ist besonders wertvoll für die Messung der Tumordicke vor einer Operation und damit für die Therapieplanung.
Elektrische Impedanzspektroskopie (Nevisense®)
Bleibt bei einem Muttermal Unsicherheit, kann die am Karolinska-Institut in Stockholm entwickelte elektrische Impedanzspektroskopie ergänzend eingesetzt werden. Sie misst nahezu schmerzfrei und unblutig, wie das Gewebe elektrische Signale leitet – gesundes und verändertes Gewebe verhalten sich unterschiedlich. Das Ergebnis liegt auf einer Skala von 0 bis 10 vor und unterstützt die ärztliche Entscheidung mit einer objektiven Zusatzinformation.
Befundbesprechung und Empfehlung
Aus der Kombination der Verfahren leiten wir gemeinsam mit Ihnen die nächsten Schritte ab – von der reinen Verlaufskontrolle bis zur empfohlenen Entfernung mit feingeweblicher Untersuchung. Ziel ist eine möglichst zuverlässige Einschätzung bei möglichst wenigen unnötigen Eingriffen.
Was Sie erwartet
- Alle genannten Untersuchungen sind nichtinvasiv und in aller Regel schmerzarm.
- Das Ergebnis der Impedanzspektroskopie (Nevisense®) liegt in der Regel innerhalb von etwa 10 Minuten vor.
- Nevisense® ist auch in der Schwangerschaft und bei dunkleren Hauttypen anwendbar.
- Der angelegte Muttermalatlas erlaubt bei Folgeterminen einen objektiven Vergleich über die Zeit.
- Empfohlener Rhythmus in der Regel einmal jährlich – bei erhöhtem Risiko oder nach einem Hautkrebs ggf. in kürzeren Abständen.
- Das gesetzliche Hautkrebs-Screening übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel ab 35 Jahren alle zwei Jahre; die ergänzenden Verfahren (FotoFinder®-Mapping, hochauflösender Ultraschall, Nevisense®) sind in der Regel Selbstzahler- bzw. IGeL-Leistungen – den Rahmen besprechen wir vorab mit Ihnen.
Risiken & Hinweise
- Die Vorsorgeuntersuchungen selbst sind nichtinvasiv und ohne nennenswerte Risiken.
- Kein Diagnoseverfahren bietet eine 100-prozentige Sicherheit – deshalb kombinieren wir mehrere Methoden und empfehlen regelmäßige Kontrollen.
- Ergibt sich ein auffälliger Befund, kann eine operative Entfernung mit anschließender feingeweblicher (histologischer) Untersuchung notwendig sein, um eine sichere Diagnose zu stellen.
- Die Selbstkontrolle zu Hause ist eine sinnvolle Ergänzung, ersetzt aber nicht die ärztliche Untersuchung.
- Die computer- bzw. KI-gestützte Auswertung dient ausschließlich der ärztlichen Entscheidungsunterstützung und ersetzt nicht die ärztliche Beurteilung.
10 goldene Sonnenregeln
Wenn Sie sich der Sonne aussetzen, beachten Sie bitte folgende Empfehlungen:
- Vermeiden Sie jede Rötung der Haut.
- Tragen Sie sonnendichte Kleidung (textiler Lichtschutz).
- Schützen Sie alle unbedeckten Körperstellen mit einem ausreichenden Sonnenschutzmittel (mind. LSF 30).
- Halten Sie sich in den ersten Urlaubstagen besonders im Schatten auf.
- Tragen Sie Sonnencreme etwa 30 Minuten vor dem Sonnenbad auf.
- Meiden Sie die Mittagssonne und gönnen Sie Ihrer Haut Pausen.
- Verwenden Sie beim Baden wasserfeste Sonnenschutzmittel.
- Achten Sie auf lichtsensibilisierende Medikamente, falls Sie regelmäßig Arzneimittel einnehmen.
- Verzichten Sie in der Sonne auf parfümierte Produkte (Parfum, duftstoffhaltige Kosmetika) – ihre Duftstoffe können in Verbindung mit UV-Licht Pigmentflecken begünstigen.
- Tragen Sie eine Sonnenbrille, um auch Ihre Augen zu schützen.
Selbstkontrolle: die ABCDE-Regel
Verdächtige Pigmentmale können Sie zwischen den Terminen mit der ABCDE-Regel selbst im Blick behalten:
- A – Asymmetrie: Das Muttermal hat eine unregelmäßige Form.
- B – Begrenzung: Die Ränder sind unscharf oder wirken wie ausgelaufen.
- C – Color (Farbe): Unregelmäßige Färbung mit hellen und dunklen, teils tiefschwarzen Tönen.
- D – Durchmesser: Das Muttermal ist größer als 6 mm.
- E – Entwicklung: Das Muttermal verändert sich über die Zeit (Größe, Form, Farbe, Erhabenheit) oder beginnt zu jucken oder zu bluten.
Wann Sie zeitnah zum Hautarzt sollten
Lassen Sie folgende Veränderungen rasch ärztlich abklären:
- Blutungen einer Hautveränderung
- Juckreiz
- raue, sandpapierartige Oberfläche
- neue oder zunehmende örtliche Verfärbungen
- rasche Veränderung von Größe, Form oder Farbe
Häufige Fragen
- Wie oft sollte ich zur Hautkrebsvorsorge?
- In der Regel einmal jährlich. Bei erhöhtem Risiko – etwa vielen Muttermalen, hellem Hauttyp, Hautkrebs in der Familie oder nach einer bereits behandelten Hautkrebserkrankung – können kürzere Abstände sinnvoll sein. Den passenden Rhythmus legen wir individuell mit Ihnen fest.
- Ist die Untersuchung schmerzhaft?
- Nein. Die Inspektion, das Muttermal-Mapping (FotoFinder®), der 20-MHz-Ultraschall und die Impedanzspektroskopie (Nevisense®) sind allesamt nichtinvasiv und in aller Regel schmerzarm. Bei Nevisense® spüren Sie lediglich den Kontakt des Sensors auf der Haut.
- Was bringen FotoFinder® und Nevisense® gegenüber der bloßen Betrachtung?
- Sie liefern objektive Zusatzinformationen: hohe Vergrößerung, KI-gestützte Bewertung und beim Verlauf einen exakten Vergleich über die Zeit. Das hilft, auffällige Veränderungen früh zu erkennen und zugleich unnötige Operationen zu vermeiden.
- Was ist die ABCDE-Regel?
- Eine einfache Merkhilfe zur Selbstkontrolle von Muttermalen: Asymmetrie, Begrenzung, Color (Farbe), Durchmesser und Entwicklung (Veränderung über die Zeit). Sie ersetzt nicht die ärztliche Vorsorge, hilft Ihnen aber, Veränderungen zwischen den Terminen zu bemerken.
- Ist die Vorsorge auch in der Schwangerschaft oder bei dunkler Haut möglich?
- Ja. Die Verfahren sind dafür geeignet; die Impedanzspektroskopie (Nevisense®) lässt sich ausdrücklich auch in der Schwangerschaft und bei dunkleren Hauttypen anwenden.