Dermatologie
Lichttherapie (Phototherapie)
Medizinische Lichttherapie (UVB, UVA/UVB und PUVA) bei Hauterkrankungen wie Schuppenflechte, Neurodermitis und chronischen Hand- und Fußekzemen – als Ganzkörper- oder gezielte Bestrahlung.
Überblick
Viele Hauterkrankungen – etwa Schuppenflechte (Psoriasis), Neurodermitis (atopische Dermatitis), chronische Hand- und Fußekzeme oder Sonnenallergien – können je nach Befund mit einer geeigneten Lichttherapie (Phototherapie) behandelt werden. In unserer Praxis setzen wir dafür Ganzkörper-Bestrahlungseinheiten sowie Geräte zur gezielten Bestrahlung der Hand- und Fußregion ein.
Zusätzlich verfügen wir über eine Badeabteilung für die ambulante Balneophototherapie (Bade-Salz-Licht-Therapie) und die Bade-PUVA-Therapie. Welche Methode für Sie infrage kommt, legen wir nach ärztlicher Untersuchung und Indikationsstellung individuell fest.
Anwendungsgebiete
- Schuppenflechte (Psoriasis)
- Neurodermitis (atopische Dermatitis)
- Chronische Hand- und Fußekzeme
- Sonnenallergien (z. B. polymorphe Lichtdermatose)
- Bestimmte Formen von hartnäckigem Juckreiz (Pruritus)
- Weitere geeignete entzündliche Hauterkrankungen nach ärztlicher Beurteilung
Ablauf
Ärztliche Indikationsstellung und Dosisplanung
Zunächst prüfen wir, welches Verfahren für Ihre Erkrankung geeignet ist. Die Bestrahlungsdosis wird individuell festgelegt und in regelmäßigen Abständen ärztlich gesteigert.
UVB-Therapie (Schmalspektrum / selektiv)
Die UVB-Therapie nutzt das Wellenspektrum zwischen 280 und 320 nm und kann als Teil- oder Ganzkörperbestrahlung erfolgen. Die Schmalband-UVB-Therapie (Wellenlänge um 311 nm) wird häufig bei Schuppenflechte eingesetzt. Behandelt wird meist an drei bis fünf Tagen pro Woche; sie lässt sich mit weiteren Maßnahmen (z. B. Solebädern) kombinieren.
UVA/UVB-Kombination
Kombinierte UVA- und UVB-Bestrahlungen haben sich bei der atopischen Dermatitis und bestimmten Formen des Juckreizes bewährt. Auf die Einnahme lichtsensibilisierender Medikamente ist dabei – wie bei jeder Phototherapie – besonders zu achten.
PUVA (Photochemotherapie)
Bei der PUVA wird die Haut mit einem lichtsensibilisierenden Wirkstoff (aus der Gruppe der Psoralene) vorbehandelt und anschließend mit langwelligem UVA-Licht bestrahlt. Bei der Bade-PUVA erfolgt zunächst ein etwa 20-minütiges, ca. 37 °C warmes Bad mit dem Wirkstoff; bei der Creme-PUVA werden die betroffenen Areale (z. B. Handflächen, Fußsohlen) eingecremt. Die UVA-Bestrahlung schließt sich zeitnah an. In der Anfangsphase wird meist viermal pro Woche behandelt.
Was Sie erwartet
- Die Bestrahlungsdosis wird individuell festgelegt und schrittweise gesteigert.
- Häufigkeit je nach Verfahren: UVB meist 3–5×, PUVA anfangs etwa 4× pro Woche.
- Die Behandlungsdauer hängt von der Erkrankung ab (z. B. ca. 6–8 Wochen bei Schuppenflechte) und ist individuell verschieden.
- Während jeder Bestrahlung tragen Sie eine UV-Schutzbrille.
- Nach Abschluss empfehlen wir langfristig regelmäßige hautärztliche Kontrollen.
- Kostenerstattung der Balneophototherapie: bei privaten Kassen in der Regel, bei gesetzlichen Kassen derzeit nur bei der Diagnose Schuppenflechte – Details besprechen wir mit Ihnen.
Risiken & Hinweise
- Nach einer PUVA-Behandlung besteht für mindestens 4 Stunden eine erhöhte Lichtempfindlichkeit der behandelten Areale; diese müssen konsequent vor UV-Strahlung geschützt werden.
- UV-Therapien können langfristig das Hautkrebsrisiko erhöhen – die Dosis wird daher ärztlich gesteuert und begrenzt; in der Ganzkörperkabine werden bei Männern die Genitalien abgedeckt.
- Häufigste akute Nebenwirkung ist eine sonnenbrandähnliche Rötung; bei zu hoher Dosis sind – vor allem bei der PUVA – stärkere Reaktionen bis hin zu Blasenbildung möglich. Langfristig kann UV-Licht die Haut zudem vorzeitig altern lassen.
- Nicht für jeden geeignet: Bei bestimmten lichtempfindlichen Erkrankungen (z. B. Lupus erythematodes, Porphyrie), erhöhtem Hautkrebsrisiko oder sehr hellem, UV-empfindlichem Hauttyp prüfen wir die Eignung vor Behandlungsbeginn.
- Wird Psoralen ausnahmsweise als Tablette eingenommen (systemische PUVA), ist am Behandlungstag ganztägig eine UV-Schutzbrille zu tragen; wir setzen vorrangig die Bade- und Creme-PUVA ein, bei der dieser Effekt geringer ist.
- Bestimmte Medikamente (z. B. einige Antibiotika, Blutdruck- oder Beruhigungsmittel, Johanniskraut) erhöhen die Lichtempfindlichkeit – bitte informieren Sie uns über alle Präparate, die Sie einnehmen.
- Während einer PUVA-Therapie darf keine Schwangerschaft bestehen; informieren Sie uns sofort über eine eingetretene Schwangerschaft und auch, wenn Sie stillen.
- Tragen Sie vor der Behandlung keine Lichtschutzmittel oder parfümierten Kosmetika (Parfum, Seife, Rasierwasser) auf die Haut auf.
Unsere Lichttherapie-Verfahren
- UVA- und UVB-Ganzkörperphototherapie
- Photochemotherapie (PUVA-Therapie)
- UVA-, UVB- und PUVA-Hand- und Fußbestrahlungen
- Balneophototherapie (Bade-Salz-Licht-Therapie)
- Bade-PUVA-Therapie
Verhaltenshinweise an PUVA-Behandlungstagen
Damit die Behandlung sicher verläuft, beachten Sie bitte:
- Schützen Sie die behandelten Hautareale nach der Bestrahlung mindestens 4 Stunden konsequent vor UV-Strahlung.
- Meiden Sie in dieser Zeit den Aufenthalt im Freien – UV wirkt auch bei bewölktem Himmel und hinter Fensterglas.
- Tragen Sie bei Bedarf Baumwollhandschuhe und langärmelige, lichtundurchlässige Kleidung.
- Verzichten Sie an Behandlungstagen auf Sonnenbaden und Solarium.
- Bei der Creme-PUVA müssen die eingecremten Areale bereits ab dem Eincremen geschützt werden; berühren Sie damit keine anderen Hautstellen (z. B. das Gesicht).
- Baden oder cremen Sie nicht eigenmächtig neue, bisher unbehandelte Areale – sprechen Sie das vorher mit uns ab.
- Informieren Sie uns, bevor Sie neue Medikamente einnehmen.
Häufige Fragen
- Bei welchen Hauterkrankungen kommt die Lichttherapie infrage?
- Häufig bei Schuppenflechte, Neurodermitis, chronischen Hand- und Fußekzemen, Sonnenallergien und bestimmten Formen von Juckreiz. Ob sie für Sie geeignet ist, entscheiden wir nach ärztlicher Untersuchung.
- Was bedeutet PUVA?
- PUVA steht für die Vorbehandlung mit einem lichtsensibilisierenden Wirkstoff (Psoralen) und anschließender UVA-Bestrahlung. Sie wird als Bade-PUVA (Wirkstoff im Badewasser) oder als Creme-PUVA (Einreiben der betroffenen Areale) durchgeführt.
- Wie oft und wie lange muss ich zur Behandlung?
- Das hängt vom Verfahren und der Erkrankung ab: UVB meist drei- bis fünfmal, PUVA in der Anfangsphase etwa viermal pro Woche. Die Gesamtdauer beträgt z. B. bei Schuppenflechte oft 6–8 Wochen und ist individuell verschieden.
- Worauf muss ich während der Therapie achten?
- Tragen Sie die UV-Schutzbrille, schützen Sie nach einer PUVA die behandelten Areale konsequent vor Licht, melden Sie neue Medikamente und verzichten Sie vorab auf parfümierte Kosmetika. Während einer PUVA-Therapie darf keine Schwangerschaft bestehen.
- Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
- Das hängt vom Verfahren und der Diagnose ab. Die Balneophototherapie wird von privaten Kassen in der Regel erstattet, von gesetzlichen Kassen derzeit nur bei der Diagnose Schuppenflechte. Den konkreten Rahmen klären wir mit Ihnen.