Laserbehandlungen
Nd:YAG-Laser
Der Nd:YAG-Laser dringt mit seiner Wellenlänge von 1.064 Nanometern besonders tief in die Haut ein und eignet sich für Besenreiser, dauerhafte Haarreduktion und die Entfernung dunkler Tattoo-Pigmente.
Behandelbare Areale
- Besenreiser Beine
- Gesichtsbehaarung
- Körperbehaarung
- dunkle Tattoos
- tiefe Gefäße
Der Nd:YAG-Laser (Neodym-dotierter Yttrium-Aluminium-Granat-Laser) arbeitet mit einer Wellenlänge von 1.064 Nanometern und dringt damit besonders tief in das Gewebe ein. Im Long-Pulse-Modus behandeln wir Besenreiser, tieferliegende Gefäßveränderungen und unerwünschte Haare – dank geringer Melanin-Absorption auch bei dunkleren Hauttypen. Bei uns kommt dafür der Nydon von Alma zum Einsatz.
Im Q-Switch-Modus entfernt der Nd:YAG-Laser mit extrem kurzen, energiereichen Impulsen dunkle Tattoo-Pigmente; Schwarz und Dunkelblau sprechen in der Regel gut an – hierfür setzen wir den Evo Q-Plus von Quanta System ein.
Alle Angaben dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung. Behandlungsergebnisse können individuell unterschiedlich ausfallen.
Indikationen
Für wen geeignet
Ob eine Behandlung in Ihrem Fall medizinisch sinnvoll ist, klären wir gemeinsam in einem persönlichen Beratungsgespräch. Typische Anliegen sind unter anderem:
- Besenreiser an den Beinen (feine, oberflächlich sichtbare Äderchen)
- Tieferliegende Gefäßveränderungen, die für oberflächlich wirkende Laser nicht erreichbar sind
- Unerwünschte Körper- und Gesichtsbehaarung mit dem Wunsch nach dauerhafter Haarreduktion
- Dunklere Hauttypen, bei denen andere Lasersysteme zur Haarentfernung nicht geeignet sind
- Eingewachsene Haare und wiederkehrende Entzündungen der Haarfollikel (z. B. nach Rasur)
- Tattooentfernung dunkler Pigmente (Schwarz, Dunkelblau) im Q-Switch-Modus
- Aufhellung oder Entfernung unerwünschter Permanent-Make-up-Reste nach individueller Beurteilung
Schritt für Schritt
Behandlungsablauf
So läuft die Behandlung bei uns in der Regel ab – von der ersten Beratung bis zur Nachsorge.
Beratung und Aufklärung
Wir beurteilen Haut, Gefäße, Haare oder Tattoo-Pigmente, prüfen mögliche Kontraindikationen und besprechen, welches Ergebnis realistisch ist. Vor der ersten Behandlung erfolgt eine ausführliche schriftliche Aufklärung.
Probebehandlung an einer Testregion
Insbesondere bei Tattooentfernung und dunkleren Hauttypen behandeln wir bei Bedarf zunächst eine kleine Teststelle, um die Hautreaktion zu beurteilen und die Laserparameter individuell anzupassen.
Vorbereitung am Behandlungstag
Das Areal wird gereinigt und bei der Haarentfernung oberflächlich rasiert; auf Wunsch betäubt eine Creme empfindliche Bereiche vorab. Sie und das Praxisteam tragen während der gesamten Behandlung eine Schutzbrille.
Laserbehandlung
Die Ärztin bzw. der Arzt führt das Handstück systematisch über das Areal – je nach Indikation im Long-Pulse-Modus (Gefäße, Haare) oder Q-Switch-Modus (Tattoos), begleitet von Hautkühlung.
Verlaufskontrolle und Folgesitzungen
Meist sind mehrere Sitzungen erforderlich: bei der Haarreduktion in der Regel sechs bis acht im Abstand von vier bis acht Wochen, bei Besenreisern ein bis drei, bei der Tattooentfernung oft sechs bis zwölf oder mehr. Bei Kontrollterminen beurteilen wir den Verlauf und passen die Parameter an.
Transparenz
Preise
- Pro Laserimpuls (Spotgröße ca. 1,5 mm)
- 1 €
Alle Preise sind Richtwerte zur ersten Orientierung. Die ärztliche Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ); der endgültige Betrag richtet sich nach dem individuellen Aufwand und wird vor der Behandlung transparent mit Ihnen besprochen. Für Behandlungen ohne Listenpreis nennen wir Ihnen den Richtwert gerne im Beratungsgespräch.
Aufklärung
Sicherheit & Aufklärung
Zu einer seriösen Behandlung gehört eine offene Aufklärung über mögliche Risiken und Nebenwirkungen – auch wenn sie selten auftreten.
Rötung und Schwellung
Vorübergehende Rötung und leichte Schwellung sind die häufigste Reaktion, in der Regel harmlos und klingen meist innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen ab.
Hitze-, Spannungs- und Schmerzgefühl
Während und kurz nach der Behandlung können Wärme- oder Spannungsgefühl und ein leichtes Brennen ähnlich einem Sonnenbrand auftreten; Kühlung und auf Wunsch eine betäubende Creme lindern diese Empfindungen.
Krustenbildung und oberflächliche Wunden
Insbesondere nach einer Tattooentfernung können sich oberflächliche Krusten, Bläschen oder kleine Wunden bilden, die über ein bis zwei Wochen abheilen. Vorzeitiges Ablösen erhöht das Risiko für Narben und Pigmentstörungen.
Pigmentverschiebungen
Die Haut kann im behandelten Bereich vorübergehend – seltener länger anhaltend – heller (Hypopigmentierung) oder dunkler (Hyperpigmentierung) erscheinen. Frische Bräunung und dunklere Hauttypen erhöhen dieses Risiko.
Blasenbildung
Bei höherer Energie oder empfindlicher Haut können sich Blasen bilden. Sie heilen in der Regel ab, sollten aber nicht eröffnet werden, um Infektionen und Narben vorzubeugen.
Infektionen
Wo die Hautoberfläche – etwa durch Krusten nach einer Tattooentfernung – kurzzeitig nicht intakt ist, besteht ein geringes Infektionsrisiko; sorgfältige Hygiene und die Nachsorgehinweise senken es deutlich.
Narbenbildung
Selten entstehen bleibende Narben, vor allem nach vorzeitigem Ablösen von Krusten, bei Infektionen oder bei Veranlagung zu überschießender Narbenbildung (Keloide).
Paradoxe Haarverdichtung
In sehr seltenen Fällen kann es bei der Haarentfernung an den Randzonen des Areals zu verstärktem Haarwuchs (paradoxe Hypertrichose) kommen; das Phänomen ist nicht vollständig vorhersehbar.
Farbumschlag und unvollständige Entfernung bei Tattoos
Einzelne Pigmente – insbesondere helle oder farbige Tinten – können sich verfärben (Farbumschlag) oder dauerhaft sichtbar bleiben. Nicht jedes Tattoo lässt sich vollständig entfernen; das Ergebnis ist vorab nicht garantierbar.
Augenschädigung ohne Schutz
Laserlicht kann das Auge ernsthaft schädigen; deshalb tragen Sie und das Praxisteam während der gesamten Behandlung eine geeignete Schutzbrille. Behandlungen in unmittelbarer Augennähe unterliegen besonderer Vorsicht.
Wann wir nicht behandeln
In bestimmten Situationen führen wir eine Behandlung nicht oder erst zu einem späteren Zeitpunkt durch – zu Ihrer Sicherheit.
- Schwangerschaft und Stillzeit – aus Vorsorgegründen wird in dieser Zeit nicht behandelt.
- Frische, intensive Bräunung der Haut durch Sonne, Solarium oder Selbstbräuner im Behandlungsareal.
- Akute Infektionen oder entzündliche Hauterkrankungen im Behandlungsbereich, etwa eine aktive Lippen- oder Hautherpes-Infektion.
- Einnahme oder Anwendung von Wirkstoffen, die die Haut lichtempfindlicher machen (photosensibilisierende Substanzen), sowie bestimmte systemische Aknemittel aus der Wirkstoffklasse der Retinoide – hierzu ist eine ärztliche Rücksprache erforderlich.
- Erkrankungen mit erhöhter Lichtempfindlichkeit (z. B. bestimmte Autoimmun- oder Stoffwechselerkrankungen).
- Bekannte Neigung zu überschießender Narbenbildung (Keloide oder hypertrophe Narben).
- Unklare oder auffällige Pigmentmale, Muttermale oder Hautveränderungen im Behandlungsareal – diese müssen vor einer Behandlung dermatologisch abgeklärt werden; über Muttermalen wird nicht gelasert.
- Bekannter oder vermuteter Hautkrebs im Behandlungsbereich.
- Einnahme gerinnungshemmender Medikamente – eine Behandlung ist nur nach ärztlicher Rücksprache und individueller Abwägung möglich.
- Bei der Haarentfernung: sehr helle, graue oder rote Haare, da sie zu wenig Pigment enthalten, um auf die Behandlung anzusprechen.
Diese Informationen ersetzen nicht das persönliche ärztliche Aufklärungsgespräch. Vor jeder Behandlung klären wir Sie individuell über Ablauf, Risiken und Alternativen auf.
Für Interessierte
Medizinische Details & Vertiefung
Wirkprinzip & Studienlage
Grundlage aller Anwendungen ist die selektive Photothermolyse: Laserlicht einer definierten Wellenlänge wird gezielt von einer Zielstruktur in der Haut aufgenommen – dem Chromophor, etwa dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin, dem Hautpigment Melanin oder Tattoo-Pigmenten. Die Lichtenergie wird in Wärme umgewandelt und zerstört oder verändert die Zielstruktur, während das umliegende Gewebe weitgehend geschont wird; Wellenlänge, Impulsdauer und Energie werden dafür auf das jeweilige Behandlungsziel abgestimmt.
Die vergleichsweise lange Wellenlänge von 1.064 Nanometern dringt tiefer ein als kurzwelligere Systeme und erreicht so auch tiefer gelegene Gefäße und Haarwurzeln; zugleich wird sie vom Melanin der Haut nur gering aufgenommen. Mit angepassten Parametern lässt sich der Nd:YAG-Laser daher auch bei dunkleren Hauttypen (Fitzpatrick IV–VI) einsetzen, bei denen kurzwelligere Laser ein höheres Risiko für Verbrennungen und Pigmentstörungen tragen.
Im Long-Pulse-Modus verödet die vom Hämoglobin aufgenommene Wärme erweiterte Gefäße, die der Körper über Wochen abbaut; bei der Haarreduktion schädigt sie den Haarfollikel – wirksam vor allem in der aktiven Wachstumsphase (Anagenphase), weshalb eine Sitzungsserie nötig ist und man korrekt von dauerhafter Haarreduktion, nicht vollständiger Entfernung spricht. Im Q-Switch-Modus zersprengen ultrakurze Impulse im Nanosekundenbereich Tattoo-Pigmente photoakustisch in winzige Bruchstücke, die über das Lymphsystem abtransportiert werden; andere Farben als dunkle Pigmente lassen sich damit nur eingeschränkt behandeln. Eine begleitende Hautkühlung schützt die Oberhaut; die individuelle Parameterwahl durch die Ärztin bzw. den Arzt ist wesentlich für Wirksamkeit und Sicherheit.
Der Nd:YAG-Laser zählt zu den lang etablierten und vergleichsweise gut untersuchten Lasersystemen der Dermatologie. Kontrollierte Studien und systematische Übersichtsarbeiten zeigen für die Haarreduktion eine deutliche, über Monate anhaltende Verringerung der Haardichte – mit besonderem Stellenwert für dunklere Hauttypen. Auch für Besenreiser und kleinere Gefäßveränderungen ist eine wirksame Aufhellung oder Beseitigung belegt, wobei je nach Gefäßgröße und -tiefe andere Verfahren wie die Verödung (Sklerosierung) gleichwertig oder überlegen sein können. In der Tattooentfernung sind gütegeschaltete (Q-switched) Systeme das fachlich anerkannte Standardverfahren; die Wellenlänge von 1.064 Nanometern eignet sich vor allem für dunkle Pigmente.
Die Grenzen der Evidenz sind ehrlich zu benennen: Die verfügbaren Studien unterscheiden sich erheblich in Geräten, Parametern, Hauttypen und Nachbeobachtungszeiträumen, Langzeitdaten sind begrenzt, und das individuelle Ansprechen hängt von vielen Faktoren ab – etwa Haarfarbe und -dichte, Gefäßbeschaffenheit, Tattoo-Tinte und Hauttyp. Ein bestimmtes Ergebnis oder eine vollständige Entfernung kann daher nicht garantiert werden.
Vorbereitung auf die Behandlung
Mit einigen einfachen Maßnahmen vor dem Termin tragen Sie selbst zu einem möglichst guten und komplikationsarmen Ergebnis bei.
- Meiden Sie intensive Sonne, Solarium und Selbstbräuner für etwa vier bis sechs Wochen vor der Behandlung.
- Vor einer Haarentfernung die Haare im Areal nicht zupfen, wachsen oder epilieren – die Haarwurzel muss erhalten bleiben. Rasieren ist erlaubt und wird oft kurz vor dem Termin empfohlen.
- Informieren Sie uns über alle Medikamente und Erkrankungen, insbesondere über gerinnungshemmende oder lichtsensibilisierende Wirkstoffe; gerinnungshemmende Medikamente nur nach ärztlicher Rücksprache pausieren oder anpassen.
- Erscheinen Sie mit sauberer Haut im Behandlungsareal, ohne Make-up, Cremes, Deodorant oder Parfum.
- Sagen Sie den Termin ab, wenn im Behandlungsbereich akute Hautirritationen, Infektionen, Sonnenbrand oder ein Lippenherpes bestehen.
Nachsorge
Die richtige Pflege nach der Behandlung unterstützt die Heilung und das Ergebnis. Sie erhalten von uns individuelle Empfehlungen – in der Regel gilt:
- Kühlen Sie das behandelte Areal in den ersten Stunden bei Bedarf, um Rötung, Wärmegefühl und Schwellung zu lindern.
- Schützen Sie die behandelte Haut konsequent vor UV-Strahlung und verwenden Sie für mehrere Wochen Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 50+; meiden Sie direkte Sonne und Solarium.
- Verzichten Sie für einige Tage auf Sauna, Dampfbad, Schwimmbad, heiße Vollbäder und intensiven Sport, um Wärme und Reibung im Areal zu vermeiden.
- Pflegen Sie die Haut schonend mit reizarmen Produkten und verzichten Sie auf Peelings, Fruchtsäuren, Retinoide und reizende Kosmetik, bis die Haut beruhigt ist.
- Lösen Sie entstehende Krusten oder Bläschen – insbesondere nach einer Tattooentfernung – nicht vorzeitig ab, um Narben und Pigmentstörungen vorzubeugen.
- Vermeiden Sie mechanische Reizung durch enge Kleidung oder kräftiges Rubbeln des Areals.
- Nehmen Sie vereinbarte Verlaufskontrollen und Folgesitzungen wahr, damit wir das Ergebnis beurteilen und die Behandlung anpassen können.
- Kontaktieren Sie die Praxis bei ungewöhnlichen Beschwerden wie zunehmenden Schmerzen, starker Schwellung, Eiterbildung oder Fieber als möglichen Zeichen einer Infektion.
FAQ
Häufige Fragen
Antworten auf Fragen, die uns zur Behandlung „Nd:YAG-Laser“ besonders oft gestellt werden.
Quellen & Leitlinien
- AWMF-Leitlinienregister – Leitlinien der Fachgesellschaften, u. a. der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG), zu dermatologischen und lasermedizinischen Themen.
- Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) – Informationen und rechtliche Vorgaben zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSV).
- Fachgesellschaften der ästhetischen und lasermedizinischen Dermatologie – allgemeine Empfehlungen und Stellungnahmen zur Lasertherapie.
- Fachinformationen und Herstellerangaben der eingesetzten Lasersysteme sowie etablierte dermatologische Fachliteratur als Grundlage der Parameterwahl.
Persönliche Beratung
Vereinbaren Sie ein persönliches Beratungsgespräch
In einem vertraulichen Gespräch in unserer Praxisetage im Albertus Zentrum Mönchengladbach nehmen wir uns Zeit für Ihre Fragen und prüfen, ob die Behandlung für Sie geeignet sein kann.
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