Laserbehandlungen
Rubinlaser (Q-Switch)
Hochselektive Entfernung gutartiger Pigmentflecken wie Altersflecken und Sommersprossen mit dem gütegeschalteten Rubinlaser – nach sorgfältiger dermatologischer Beurteilung jedes einzelnen Pigmentmals.
Behandelbare Areale
- Altersflecken Gesicht
- Altersflecken Hände
- Altersflecken Dekolleté
- Sommersprossen
- Pigmentmale
Altersflecken an Händen, Gesicht und Dekolleté, Sommersprossen oder einzelne flache Pigmentmale: Gutartige Pigmentveränderungen sind medizinisch meist harmlos, werden von vielen Menschen aber als störend empfunden – gerade dann, wenn sie das Hautbild unruhig wirken lassen oder älter erscheinen lassen, als man sich fühlt. Der gütegeschaltete Rubinlaser (auch Q-Switch-Rubinlaser genannt) ist ein klassisches, seit Jahrzehnten etabliertes Verfahren, um solche oberflächlichen Pigmentansammlungen gezielt zu behandeln, ohne das umliegende Gewebe zu verletzen.
Das Besondere am Rubinlaser ist seine Wellenlänge von 694 Nanometern: Dieses rote Laserlicht wird außergewöhnlich stark vom Hautfarbstoff Melanin aufgenommen – deutlich stärker als von anderen Hautbestandteilen. Durch die Gütegeschaltung (Q-Switch) wird die Energie zudem in extrem kurzen, intensiven Lichtimpulsen abgegeben. Das Pigment zerfällt dadurch regelrecht in kleinste Partikel, die der Körper anschließend über die körpereigenen Abwehrzellen abtransportiert. Die umgebende Haut bleibt dabei weitgehend geschont; an der behandelten Stelle bildet sich für etwa fünf bis zehn Tage ein oberflächliches Krüstchen, unter dem frische Haut nachwächst.
Ein Punkt ist uns dabei besonders wichtig – und er steht bei uns vor jeder Laserbehandlung: die ärztliche Beurteilung jeder einzelnen Pigmentveränderung mit dem Auflichtmikroskop (Dermatoskop). Nicht jeder braune Fleck ist harmlos; bestimmte Veränderungen, etwa eine Lentigo maligna (eine Frühform des schwarzen Hautkrebses), können Altersflecken zum Verwechseln ähnlich sehen. Unklare oder verdächtige Pigmentmale werden bei uns grundsätzlich nicht gelasert, sondern im Zweifel feingeweblich (histologisch) abgeklärt. Erst wenn die Gutartigkeit ärztlich gesichert ist, kommt der Rubinlaser zum Einsatz – diese Sorgfalt ist kein Umweg, sondern gelebte Patientensicherheit.
Alle Angaben dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung. Behandlungsergebnisse können individuell unterschiedlich ausfallen.
Wirkprinzip
Medizinischer Hintergrund & Wirkprinzip
Der Rubinlaser ist einer der ältesten medizinisch genutzten Laser überhaupt: Sein aktives Medium ist ein synthetischer Rubinkristall, der Licht mit einer Wellenlänge von exakt 694 Nanometern erzeugt – ein tiefes Rot. Diese Wellenlänge trifft nahezu ideal das Absorptionsverhalten von Melanin, dem braunen bis schwarzen Farbstoff unserer Haut: Melanin nimmt das Rubinlaserlicht sehr stark auf, während Wasser und der rote Blutfarbstoff Hämoglobin es vergleichsweise wenig absorbieren. Daraus ergibt sich die hohe Selektivität des Verfahrens – die Energie wirkt dort, wo Pigment liegt, und schont das umgebende Gewebe weitgehend.
Das zugrunde liegende Prinzip heißt selektive Photothermolyse: Wird Lichtenergie in einem Impuls abgegeben, der kürzer ist als die Zeit, die die Zielstruktur zum Abkühlen benötigt (die sogenannte thermische Relaxationszeit), heizt sich nur die Zielstruktur selbst schlagartig auf, ohne dass die Wärme nennenswert in die Umgebung abfließt. Die Gütegeschaltung (Q-Switch) macht genau das möglich: Sie speichert die Energie im Laser und gibt sie in extrem kurzen Impulsen im Nanosekundenbereich (milliardstel Sekunden) mit sehr hoher Spitzenleistung frei. Pigmentpartikel und pigmentbeladene Zellen werden dadurch nicht großflächig erhitzt, sondern durch die schlagartige Energieaufnahme regelrecht zersprengt – man spricht auch von einem photoakustischen oder photomechanischen Effekt.
Die zertrümmerten Pigmentpartikel werden anschließend vom körpereigenen Immunsystem beseitigt: Fresszellen (Makrophagen) nehmen die Bruchstücke auf und transportieren sie über das Lymphsystem ab; ein Teil des oberflächlich gelegenen Pigments wird zudem mit dem behandelten Hautareal selbst abgestoßen – sichtbar als die typische Krustenbildung. Unter dem Krüstchen regeneriert sich die Oberhaut (Epidermis) aus den umliegenden gesunden Zellen, sodass nach etwa fünf bis zehn Tagen frische, zunächst zartrosa Haut zum Vorschein kommt, die sich in den folgenden Wochen farblich angleicht.
Altersflecken (medizinisch: Lentigines, vor allem die Lentigo solaris) entstehen durch jahrelange UV-Einwirkung: In umschriebenen Arealen ist die Zahl der pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) erhöht und die Melaninproduktion gesteigert, das Pigment liegt dabei überwiegend in der Oberhaut. Genau diese oberflächliche Lage macht Lentigines zu einer idealen Zielstruktur für den Rubinlaser. Sommersprossen (Epheliden) beruhen auf einer genetisch bedingten, UV-abhängig gesteigerten Pigmentproduktion bei normaler Melanozytenzahl – auch sie sprechen gut an, können aber unter erneuter UV-Exposition an anderer oder gleicher Stelle wieder auftreten, da die Veranlagung bestehen bleibt.
Die hohe Melanin-Affinität des Rubinlasers ist zugleich seine wichtigste Begrenzung: Da auch das natürliche Melanin der umgebenden Haut das Laserlicht aufnimmt, steigt bei dunkleren Hauttypen und gebräunter Haut das Risiko, dass die gesunde Haut mitreagiert – mit der Folge von Pigmentverschiebungen (Hyper- oder Hypopigmentierungen). Hauttyp-Bestimmung, ungebräunte Haut zum Behandlungszeitpunkt, angepasste Energieeinstellungen und gegebenenfalls eine Probebehandlung sind daher feste Bestandteile eines sorgfältigen Behandlungskonzepts. Und davor steht immer die dermatologische Diagnose: Gelasert wird ausschließlich, was mit dem Auflichtmikroskop eindeutig als gutartig beurteilt wurde.
Indikationen
Für wen geeignet
Ob eine Behandlung in Ihrem Fall medizinisch sinnvoll ist, klären wir gemeinsam in einem persönlichen Beratungsgespräch. Typische Anliegen sind unter anderem:
- Altersflecken (Lentigines) an Gesicht, Händen, Unterarmen und Dekolleté
- Sommersprossen (Epheliden), die als störend empfunden werden
- Einzelne flache, gutartige Pigmentmale – ausschließlich nach dermatologischer Beurteilung
- Café-au-lait-ähnliche, oberflächliche Pigmentflecken nach ärztlicher Einschätzung
- Unruhiges, fleckiges Hautbild durch sonnenbedingte Pigmentansammlungen
- Wunsch nach gezielter Behandlung einzelner Pigmentflecken statt großflächiger Verfahren
- Hellere Hauttypen mit deutlich abgegrenzten, dunkleren Pigmentflecken (besonders günstige Voraussetzung)
Studien- & Evidenzlage
Der gütegeschaltete Rubinlaser gehört zu den am längsten etablierten Verfahren der dermatologischen Lasertherapie; das Prinzip der selektiven Photothermolyse, auf dem er beruht, ist wissenschaftlich fundiert beschrieben und allgemein anerkannt. Kontrollierte Studien und Übersichtsarbeiten beschreiben für gütegeschaltete Lasersysteme – darunter den Rubinlaser – eine gute Wirksamkeit bei oberflächlichen, melaninbedingten Pigmentveränderungen wie solaren Lentigines und Epheliden, mit häufig deutlicher Aufhellung oder vollständiger Entfernung nach ein bis zwei Sitzungen.
Zugleich hat die Evidenz Grenzen, die wir offen benennen: Viele Untersuchungen umfassen kleinere Patientenzahlen, unterscheiden sich in Geräteparametern, Hauttypen und Bewertungsmaßstäben und sind dadurch nur eingeschränkt vergleichbar. Direkte Vergleichsstudien zwischen den verschiedenen Pigmentlasern (etwa Rubin-, Alexandrit-, Nd:YAG- und Pikosekundenlaser) existieren, zeigen jedoch kein einheitliches Bild eines für alle Situationen überlegenen Systems. Verlässliche, präzise Zahlen zur Häufigkeit von Pigmentverschiebungen nach der Behandlung variieren je nach untersuchtem Hauttyp und Studiendesign erheblich.
Gut belegt ist hingegen der Zusammenhang zwischen UV-Exposition und dem Risiko von Nebenwirkungen wie postinflammatorischer Hyperpigmentierung sowie die Bedeutung der vorherigen diagnostischen Abklärung pigmentierter Läsionen. Dermatologische Fachgesellschaften betonen übereinstimmend, dass pigmentierte Hautveränderungen vor einer Laserbehandlung fachärztlich – in der Regel auflichtmikroskopisch – beurteilt werden müssen und melanomverdächtige Läsionen einer histologischen Klärung bedürfen. Diesem Standard folgen wir ohne Ausnahme.
Für Ihre Entscheidung bedeutet das: Die Behandlung gutartiger oberflächlicher Pigmentflecken mit dem Rubinlaser ist ein etabliertes Verfahren mit nachvollziehbarem Wirkprinzip und insgesamt günstigem Sicherheitsprofil – ein garantiertes Ergebnis oder eine vollständige Entfernung in jedem Einzelfall lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Ansprechen und Verlauf sind individuell unterschiedlich; wir besprechen mit Ihnen vorab ehrlich, was bei Ihrem Befund realistisch erwartbar ist.
Schritt für Schritt
Behandlungsablauf
So läuft die Behandlung bei uns in der Regel ab – von der ersten Beratung bis zur Nachsorge.
Dermatologische Beurteilung und Beratung
Am Anfang steht immer die ärztliche Untersuchung: Jede Pigmentveränderung, die behandelt werden soll, wird mit dem Auflichtmikroskop (Dermatoskop) beurteilt. Nur eindeutig gutartige Veränderungen kommen für die Laserbehandlung infrage – unklare oder verdächtige Befunde werden nicht gelasert, sondern bei Bedarf feingeweblich abgeklärt. Anschließend besprechen wir Ablauf, realistische Erwartungen, Risiken und Kosten und erheben Ihren Hauttyp sowie Ihre Bräunungssituation.
Vorbereitung und gegebenenfalls Probebehandlung
Die Haut sollte zum Behandlungszeitpunkt ungebräunt sein; intensive Sonne und Solarium sind in den Wochen zuvor zu meiden. Die Behandlungsareale werden gereinigt, Sie erhalten eine Schutzbrille für die Augen. Bei dunkleren Hauttypen, großflächigen Befunden oder Unsicherheit über die Hautreaktion kann zunächst eine Probebehandlung an einer kleinen, unauffälligen Stelle sinnvoll sein.
Laserbehandlung
Die einzelnen Pigmentflecken werden gezielt mit kurzen Lichtimpulsen behandelt. Jeder Impuls fühlt sich an wie ein feines Schnippen mit einem Gummiband; eine Betäubung ist meist nicht erforderlich, auf Wunsch kann eine betäubende Creme aufgetragen oder gekühlt werden. Direkt nach dem Impuls zeigt sich an der behandelten Stelle typischerweise eine vorübergehende weißliche Verfärbung – ein erwartbares Zeichen der Pigmentreaktion. Je nach Anzahl der Flecken dauert die eigentliche Laserung oft nur wenige Minuten.
Direkt nach der Behandlung
Die behandelten Stellen können sich anfühlen wie ein leichter Sonnenbrand und gerötet oder minimal geschwollen sein. Wir kühlen die Areale bei Bedarf und versorgen sie gegebenenfalls mit einer pflegenden Wund- und Heilsalbe. Sie erhalten konkrete schriftliche und mündliche Hinweise zur Nachsorge, insbesondere zum konsequenten UV-Schutz.
Heilungsphase mit Krustenbildung
In den folgenden Tagen dunkeln die behandelten Pigmentflecken zunächst nach und bilden feine, oberflächliche Krüstchen – das ist der normale, gewünschte Verlauf. Diese Krüstchen lösen sich nach etwa fünf bis zehn Tagen von selbst; bitte nicht kratzen oder abziehen, da sonst Narben oder Pigmentstörungen entstehen können. Darunter kommt zunächst zartrosa, frische Haut zum Vorschein, die sich dem umgebenden Hautton in den folgenden Wochen angleicht.
Kontrolle und gegebenenfalls Folgesitzung
Nach etwa vier bis sechs Wochen beurteilen wir das Ergebnis gemeinsam. Viele oberflächliche Pigmentflecken sind bereits nach einer Sitzung deutlich heller oder vollständig entfernt; bei tiefer reichendem oder dichterem Pigment kann eine zweite Sitzung sinnvoll sein. Auch im weiteren Verlauf gilt: Neue Pigmentflecken, die im Laufe des Lebens entstehen, sollten vor einer Behandlung erneut ärztlich beurteilt werden.
Transparenz
Preise
- Ganzes Gesicht
- 250 €
- Hände
- 200 €
- Dekolleté
- 300 €
Alle Preise sind Richtwerte zur ersten Orientierung. Die ärztliche Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ); der endgültige Betrag richtet sich nach dem individuellen Aufwand und wird vor der Behandlung transparent mit Ihnen besprochen. Für Behandlungen ohne Listenpreis nennen wir Ihnen den Richtwert gerne im Beratungsgespräch.
Komplette Preisliste ansehen →Gut vorbereitet
Vorbereitung auf die Behandlung
Mit einigen einfachen Maßnahmen vor dem Termin tragen Sie selbst zu einem möglichst guten und komplikationsarmen Ergebnis bei.
- Meiden Sie in den vier bis sechs Wochen vor der Behandlung intensive Sonnenbäder und Solarium; die Behandlungsareale müssen zum Termin ungebräunt sein. Verwenden Sie tagsüber einen hohen Lichtschutzfaktor (LSF 50+).
- Verzichten Sie in den zwei Wochen vor dem Termin auf Selbstbräuner im Behandlungsareal, da auch dieser die Lichtaufnahme der Haut verändert.
- Informieren Sie uns über alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, insbesondere lichtsensibilisierende Präparate, sowie über Vorerkrankungen, eine etwaige Herpesneigung und frühere Reaktionen auf Laser- oder Lichtbehandlungen.
- Lassen Sie Ihre Pigmentmale im Vorfeld nicht anderweitig behandeln (z. B. mit Bleichcremes oder Peelings), ohne dies mit uns zu besprechen – das kann die Beurteilbarkeit und die Hautreaktion beeinflussen.
- Kommen Sie möglichst ungeschminkt zum Termin oder rechnen Sie mit einer gründlichen Reinigung der Behandlungsareale.
- Planen Sie die Heilungsphase realistisch ein: Für etwa fünf bis zehn Tage sind feine Krüstchen sichtbar – vor wichtigen Anlässen empfiehlt sich ein zeitlicher Puffer von etwa zwei Wochen.
Nach der Behandlung
Nachsorge
Die richtige Pflege nach der Behandlung unterstützt die Heilung und das Ergebnis. Sie erhalten von uns individuelle Empfehlungen – in der Regel gilt:
- Kühlen Sie die behandelten Stellen bei Bedarf in den ersten Stunden vorsichtig; ein Gefühl wie nach leichtem Sonnenbrand ist normal und klingt meist rasch ab.
- Lassen Sie die Krüstchen von selbst abfallen – nicht kratzen, rubbeln oder abziehen. Vorzeitiges Entfernen erhöht das Risiko von Narben und Pigmentstörungen erheblich.
- Pflegen Sie die behandelten Areale nach unserer Empfehlung, etwa mit einer dünn aufgetragenen Wund- und Heilsalbe, und halten Sie die Stellen sauber.
- Schützen Sie die behandelten Areale konsequent vor UV-Strahlung: täglicher Lichtschutzfaktor 50+ für mindestens vier bis sechs Wochen, direkte Sonne und Solarium in dieser Zeit möglichst vollständig meiden. Dies ist die wichtigste Maßnahme gegen Pigmentverschiebungen.
- Verzichten Sie für einige Tage auf Schwimmbad, Sauna, Dampfbad und intensiven Sport, bis die Krüstchen abgefallen sind – Hitze, Schwitzen und Chlorwasser können die Heilung stören.
- Verwenden Sie im behandelten Bereich bis zur vollständigen Abheilung keine reizenden Kosmetika, Peelings oder Fruchtsäureprodukte; Make-up erst wieder auf geschlossener, abgeheilter Haut.
- Die frische Haut unter den abgefallenen Krüstchen ist zunächst zartrosa und besonders UV-empfindlich – auch hier gilt: weiter konsequent schützen, bis sich der Hautton angeglichen hat.
- Melden Sie sich umgehend bei uns bei Anzeichen einer Infektion (zunehmende Rötung, Schmerz, Überwärmung, Eiter), bei Blasenbildung oder wenn Ihnen der Heilungsverlauf ungewöhnlich erscheint. Den vereinbarten Kontrolltermin nach etwa vier bis sechs Wochen nehmen Sie bitte wahr.
Aufklärung
Risiken & mögliche Nebenwirkungen
Zu einer seriösen Behandlung gehört eine offene Aufklärung über mögliche Risiken und Nebenwirkungen – auch wenn sie selten auftreten.
Rötung, Schwellung und Brennen
Sehr häufig und erwartbar: Direkt nach der Behandlung sind die gelaserten Stellen gerötet, können leicht anschwellen und sich für einige Stunden wie ein Sonnenbrand anfühlen. Kühlung lindert die Beschwerden; sie klingen in der Regel innerhalb von ein bis zwei Tagen ab.
Krustenbildung
Die Bildung feiner, oberflächlicher Krüstchen über den behandelten Pigmentflecken ist kein unerwünschtes Ereignis, sondern der normale Heilungsverlauf. Die Krüstchen lösen sich nach etwa fünf bis zehn Tagen von selbst. Wichtig: nicht kratzen oder abziehen – sonst drohen Narben oder Pigmentstörungen.
Vorübergehende Nachdunkelung (postinflammatorische Hyperpigmentierung)
Als Reaktion auf den Lichtimpuls kann die behandelte Stelle vorübergehend dunkler werden, statt aufzuhellen. Dieses Risiko ist bei dunkleren Hauttypen, gebräunter Haut und UV-Exposition nach der Behandlung deutlich erhöht. Die Verfärbung bildet sich meist über Wochen bis Monate zurück, kann in Einzelfällen aber hartnäckig sein. Konsequenter Sonnenschutz ist die wichtigste vorbeugende Maßnahme.
Aufhellung der Haut (Hypopigmentierung)
Da der Laser gezielt Pigment zerstört, kann die behandelte Stelle nach der Abheilung heller erscheinen als die umgebende Haut. Meist gleicht sich der Hautton innerhalb einiger Wochen bis Monate an; in seltenen Fällen kann eine Aufhellung länger bestehen bleiben oder dauerhaft sein – insbesondere bei dunkleren Hauttypen.
Bläschenbildung
Bei stärkerer Hautreaktion können sich vereinzelt kleine Bläschen bilden, ähnlich wie nach einer Verbrennung ersten bis zweiten Grades. Sie heilen bei richtiger Wundpflege in der Regel folgenlos ab; bitte nicht öffnen und im Zweifel ärztlich vorstellen.
Unvollständige Entfernung und Wiederauftreten
Nicht jeder Pigmentfleck verschwindet vollständig nach einer Sitzung; insbesondere dichteres oder tiefer reichendes Pigment kann eine zweite Behandlung erfordern. Sommersprossen können unter erneuter UV-Einwirkung wiederkehren, da die Veranlagung bestehen bleibt, und neue Altersflecken können sich an anderer Stelle bilden.
Infektion
Selten kann sich eine behandelte Stelle infizieren, erkennbar an zunehmender Rötung, Schmerz, Überwärmung oder Eiterbildung. Eine Infektion muss ärztlich behandelt werden – melden Sie sich bei entsprechenden Anzeichen bitte umgehend bei uns.
Narbenbildung
Bei sachgerechter Anwendung selten, aber möglich – vor allem, wenn Krusten vorzeitig entfernt werden, eine Infektion hinzukommt oder eine Veranlagung zu überschießender Narbenbildung (Keloiden) besteht. Im Bereich des Dekolletés und der Schultern ist die Haut hierfür empfindlicher als im Gesicht.
Übersehene bösartige Veränderung bei unterlassener Abklärung
Das gravierendste Risiko der Laserbehandlung pigmentierter Läsionen ist kein technisches, sondern ein diagnostisches: Wird eine bösartige oder potenziell bösartige Veränderung – etwa eine Lentigo maligna – fälschlich als Altersfleck gelasert, verschwindet sie optisch, ohne behandelt zu sein, und eine notwendige Diagnose kann sich verzögern. Genau deshalb steht bei uns vor jeder Behandlung die auflichtmikroskopische Beurteilung jeder einzelnen Läsion, und unklare Befunde werden histologisch abgeklärt statt gelasert.
Kontraindikationen
Wann wir nicht behandeln
In bestimmten Situationen führen wir eine Behandlung nicht oder erst zu einem späteren Zeitpunkt durch – zu Ihrer Sicherheit.
- Unklare, atypische oder melanomverdächtige Pigmentveränderungen – diese werden grundsätzlich nicht gelasert, sondern dermatologisch und im Zweifel feingeweblich (histologisch) abgeklärt.
- Frisch gebräunte Haut durch Sonne, Solarium oder Selbstbräuner im Behandlungsareal – die Behandlung wird verschoben, bis die Bräunung abgeklungen ist.
- Dunkle Hauttypen (hohe Fitzpatrick-Typen) – hier ist das Risiko von Pigmentverschiebungen deutlich erhöht; eine Behandlung erfolgt nur nach besonders sorgfältiger Abwägung, gegebenenfalls nach Probebehandlung, oder es wird ein anderes Verfahren empfohlen.
- Melasma als Hauptbefund – diese Pigmentstörung kann sich unter Laserbehandlung paradox verschlechtern und ist für den Rubinlaser in der Regel nicht geeignet.
- Akute Infektionen, Entzündungen, Ekzeme oder offene Hautstellen im Behandlungsareal.
- Einnahme lichtsensibilisierender Medikamente (z. B. bestimmte Antibiotika oder Johanniskraut) – die Behandlung sollte erst nach ärztlicher Rücksprache und gegebenenfalls zeitlichem Abstand erfolgen.
- Schwangerschaft und Stillzeit – mangels ausreichender Sicherheitsdaten verzichten wir in dieser Zeit auf ästhetische Laserbehandlungen.
- Neigung zu überschießender Narbenbildung (Keloiden) im geplanten Areal – individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich.
- Isotretinoin-Therapie (ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff gegen schwere Akne) in den letzten Monaten – je nach Befund kann ein Sicherheitsabstand sinnvoll sein; dies klären wir individuell.
- Unrealistische Erwartungen oder fehlende Bereitschaft zu konsequentem UV-Schutz vor und nach der Behandlung.
Optionen
Alternativen & ergänzende Behandlungen
Die naheliegendste Alternative innerhalb unserer Praxis ist der Pico-Laser: Er arbeitet mit ultrakurzen Impulsen im Pikosekundenbereich und zertrümmert Pigmente stärker photomechanisch als thermisch. Beide Systeme eignen sich für gutartige Pigmentflecken; der Rubinlaser ist der klassische, durch seine Wellenlänge besonders melaninselektive Pigmentlaser, während der Pico-Laser sein Einsatzspektrum zusätzlich auf die Entfernung von Tätowierungen unterschiedlicher Farben ausdehnt. Welcher Laser im Einzelfall die bessere Wahl ist, hängt von Art, Tiefe und Lage des Pigments sowie Ihrem Hauttyp ab – diese Entscheidung treffen wir nach der dermatologischen Untersuchung.
Steht nicht der einzelne Pigmentfleck, sondern ein insgesamt unruhiges, sonnengeschädigtes Hautbild mit feinen Fältchen im Vordergrund, können flächige Verfahren sinnvoller sein: Der fraktionierte CO₂-Laser und der Erbium:YAG-Laser erneuern die Hautoberfläche und verbessern dabei neben der Pigmentierung auch Textur und Feinheit der Haut. Auch medizinische Peelings oder ein Microneedling mit dem INFINI™-System können – je nach Befund – zur allgemeinen Verbesserung des Hautbilds beitragen, sind für die gezielte Entfernung einzelner, klar abgegrenzter Pigmentflecken jedoch weniger präzise als der Pigmentlaser.
Wichtig ist die ehrliche Einordnung: Frei verkäufliche Bleichcremes erreichen bei echten Lentigines meist nur begrenzte Effekte, und aggressive Eigenbehandlungen können Pigmentstörungen verschlimmern. Bei flächigen, hormonell mitbedingten Pigmentstörungen wie dem Melasma ist der Rubinlaser in der Regel nicht das Mittel der Wahl – hier beraten wir zu geeigneteren, oft konservativen Behandlungskonzepten. Und für alle Verfahren gilt gleichermaßen: Ohne konsequenten UV-Schutz ist kein Ergebnis von Dauer. Welche Behandlung – oder Kombination – zu Ihrem Befund passt, besprechen wir ergebnisoffen im persönlichen Beratungsgespräch.
FAQ
Häufige Fragen
Antworten auf Fragen, die uns zur Behandlung „Rubinlaser (Q-Switch)“ besonders oft gestellt werden.
Quellen & Leitlinien
- AWMF-Leitlinienregister – Register der wissenschaftlich begründeten Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften, u. a. zur Diagnostik pigmentierter Hautveränderungen und zum Melanom (www.awmf.org).
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) – Fachgesellschaft für Dermatologie mit Empfehlungen und Patienteninformationen zu Lasertherapie und Hautkrebsfrüherkennung.
- Deutsche Dermatologische Lasergesellschaft (DDL) – Empfehlungen zur Qualitätssicherung dermatologischer Laserbehandlungen, insbesondere pigmentierter Läsionen.
- Kontrollierte Studien und Übersichtsarbeiten der dermatologischen Fachliteratur zu gütegeschalteten Lasersystemen bei benignen epidermalen Pigmentläsionen (u. a. solare Lentigines, Epheliden).
- NiSV – Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen: regelt u. a., dass die Laserbehandlung pigmentierter Hautveränderungen approbierten Ärztinnen und Ärzten vorbehalten ist.
Diese Informationen ersetzen nicht das persönliche ärztliche Aufklärungsgespräch. Vor jeder Behandlung klären wir Sie individuell über Ablauf, Risiken und Alternativen auf.
Persönliche Beratung
Vereinbaren Sie ein persönliches Beratungsgespräch
In einem vertraulichen Gespräch in unserer Praxisetage im Albertus Zentrum Mönchengladbach nehmen wir uns Zeit für Ihre Fragen und prüfen, ob die Behandlung für Sie geeignet sein kann.
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