Allergietherapie
Drei Wege, die sich ergänzen: das Meiden des Auslösers, die Hyposensibilisierung an der Ursache und Medikamente gegen die Beschwerden.
- DauerHyposensibilisierung: Injektion plus 30 Min. Nachbeobachtung
- SitzungenHyposensibilisierung: regelmäßig über ca. 3 Jahre
Was ist das?
Steht der Auslöser einer Allergie fest, richtet sich die Behandlung danach aus. Drei Ansätze ergänzen sich: das Meiden des Allergens (Karenz), die Hyposensibilisierung als Behandlung, die an der Ursache ansetzt, und Medikamente, die die Beschwerden lindern.
Welcher Weg oder welche Kombination für Sie sinnvoll ist, legen wir nach der Allergiediagnostik gemeinsam fest. Die Hyposensibilisierung gehört in die Hand einer Ärztin oder eines Arztes mit allergologischer Ausbildung. In der Praxis führen vier Ärztinnen und Ärzte die Bezeichnung Allergologie.
Für wen?
- Nachgewiesene Allergie mit belastenden Beschwerden
- Heuschnupfen und ganzjähriger allergischer Schnupfen, etwa bei Hausstaubmilbenallergie
- Allergisches Asthma, abgestimmt mit der weiteren Behandlung
- Insektengiftallergie nach einer schweren Reaktion auf einen Bienen- oder Wespenstich
- Wenn das Meiden des Auslösers allein nicht ausreicht
Ablauf
- 1
Allergenkarenz: den Auslöser meiden
Ist das Allergen bekannt, ist das konsequente Meiden die grundlegende Maßnahme. Bei Pollen oder Schimmelpilzsporen gelingt das nur begrenzt; solche Aeroallergene verbreitet die Luft bis zu 100 Kilometer weit. Hier können sich Aufenthalte im Hochgebirge oder in Küsten- und Inselregionen günstig auswirken (Klimatherapie). Konkrete Empfehlungen für den Alltag stehen auf der Seite Verhaltensempfehlungen.
- 2
Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie)
Sie ist die Behandlung, die an der Ursache der Allergie ansetzt. Ziel ist, die Empfindlichkeit gegenüber dem Auslöser zu verringern. Dazu erhalten Sie das Allergen in regelmäßigen Abständen in langsam steigender Dosis: als Spritze unter die Haut (subkutane Immuntherapie, SCIT) oder als Tropfen oder Tablette unter die Zunge (sublinguale Immuntherapie, SLIT). Die Behandlung beginnt möglichst vor der Allergiesaison und läuft über etwa drei Jahre. Nach jeder Spritze bleiben Sie 30 Minuten zur Nachbeobachtung in der Praxis.
- 3
Medikamente gegen die Beschwerden
Die medikamentöse Behandlung wirkt symptomatisch: Sie lindert die Beschwerden und beugt Folgen der allergischen Entzündung vor. Zum Einsatz kommen Antihistaminika, Kortikoide und Cromoglicinsäure, örtlich angewendet oder als Tablette. Auswahl und Dosierung legen wir individuell fest.
- 4
Notfallvorsorge
TODO: Notfallset bei Insektengift- oder Nahrungsmittelallergie mit schweren Reaktionen (Inhalt, Verordnung, Schulung im Umgang) vom Arzt ergänzen.
- 5
Verlaufskontrolle
Im Verlauf prüfen wir, ob die Beschwerden nachlassen, und passen die Behandlung an. Bei der Hyposensibilisierung besprechen wir die Termine für Aufbau- und Erhaltungsphase mit Ihnen.
Technologie oder Wirkstoff
Die Hyposensibilisierung führt dem Immunsystem das Allergen in kontrollierten, steigenden Mengen zu. Über Monate reagiert es weniger heftig auf den Auslöser. Dieser Effekt baut sich langsam auf; darum dauert die Behandlung etwa drei Jahre und beginnt möglichst vor der Saison.
Medikamente greifen an der allergischen Entzündung an, nicht an ihrer Ursache. Antihistaminika blockieren den Botenstoff Histamin, der Juckreiz, Schwellung und Fließschnupfen auslöst. Kortikoide dämpfen die Entzündung. Cromoglicinsäure wirkt vorbeugend an der Schleimhaut.
Was Sie realistisch erwarten können
- Die Hyposensibilisierung läuft über etwa drei Jahre mit regelmäßigen Terminen und beginnt möglichst vor der Allergiesaison.
- Nach jeder Injektion bleiben Sie etwa 30 Minuten zur Nachbeobachtung in der Praxis.
- Medikamente lindern die Symptome, beseitigen aber nicht die Ursache.
- Das Meiden des Auslösers bleibt, wo möglich, die wichtigste Maßnahme.
- Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.
Risiken und Nebenwirkungen
- Reaktionen auf die HyposensibilisierungBei der Spritze unter die Haut kann es selten zu stärkeren, auch den ganzen Körper betreffenden allergischen Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock kommen, am ehesten in den ersten 30 Minuten. Deshalb führt eine erfahrene Ärztin oder ein erfahrener Arzt die Behandlung durch, mit Nachbeobachtung von mindestens 30 Minuten und Notfallbereitschaft. Bei Tropfen oder Tabletten unter der Zunge sind meist mildere, örtliche Reaktionen im Mund zu erwarten.
- Nicht für jede Situation geeignetBei unzureichend kontrolliertem Asthma, in der Schwangerschaft (kein Neubeginn) oder bei bestimmten Begleitmedikamenten, etwa Betablockern, kommt eine Hyposensibilisierung nicht oder nur eingeschränkt infrage. Eignung und Gegenanzeigen prüfen wir vor Beginn.
- Nebenwirkungen der MedikamenteMedikamente zur Symptomlinderung können je nach Wirkstoff Nebenwirkungen haben, etwa Müdigkeit bei manchen Antihistaminika. Welche infrage kommen, besprechen wir mit Ihnen.
- Grenzen der KarenzDas vollständige Meiden mancher Allergene, etwa Pollen, ist im Alltag nicht möglich. Beschwerden können trotz aller Maßnahmen auftreten.
Wann wir nicht behandeln
- Unzureichend kontrolliertes Asthma
- Schwangerschaft: kein Neubeginn einer Hyposensibilisierung
- Bestimmte Begleitmedikamente, etwa Betablocker (ärztliche Einzelfallprüfung)
Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.
Vor- und Nachsorge
Vorbereitung
- Vor Beginn der Hyposensibilisierung ist die Allergiediagnostik abgeschlossen; der Auslöser steht fest.
- Sagen Sie uns vor jeder Spritze, wenn Sie krank sind, neue Medikamente nehmen oder auf die letzte Spritze reagiert haben.
Nachsorge
- Nach jeder Injektion bleiben Sie 30 Minuten zur Nachbeobachtung in der Praxis.
- Verzichten Sie am Tag der Injektion auf starke körperliche Anstrengung, Sauna, heiße Bäder und Alkohol. All das kann Reaktionen begünstigen.
- Bei Atemnot, Kreislaufproblemen, Schwindel oder rasch zunehmender Schwellung nach der Behandlung wählen Sie sofort den Notruf 112.
Kosten und Erstattung
Die Allergietherapie ist bei nachgewiesener Allergie eine ärztliche Leistung für gesetzlich und privat Versicherte. Bei Privatversicherten und Selbstzahlern rechnen wir nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab.
TODO: Kostenübernahme der Hyposensibilisierung und etwaige Zuzahlungen vom Arzt bestätigen.
Häufige Fragen
Drei Wege, die sich ergänzen: das Meiden des Auslösers (Karenz), die Hyposensibilisierung als Behandlung an der Ursache und Medikamente, die die Symptome lindern. Was sinnvoll ist, legen wir nach der Diagnostik gemeinsam fest.
Die Behandlung, die an der Ursache ansetzt: Sie erhalten das Allergen in langsam steigender Dosis, als Spritze oder als Tropfen und Tabletten, damit das Immunsystem weniger empfindlich darauf reagiert. Sie läuft in der Regel über etwa drei Jahre.
In der Regel etwa drei Jahre mit regelmäßigen Terminen. Sie beginnt möglichst vor der Allergiesaison; nach jeder Injektion folgt eine Nachbeobachtung von 30 Minuten in der Praxis.
Beide Formen führen das Allergen in steigender Dosis zu. Welche für Sie infrage kommt, hängt vom Auslöser und von Ihrer Situation ab. Das besprechen wir nach der Diagnostik.
Wo möglich, hilft das Meiden des Auslösers am meisten. Für Pollen-, Hausstaubmilben- und Schimmelpilzallergien finden Sie auf der Seite Verhaltensempfehlungen konkrete Hinweise für den Alltag.
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