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Dr. Nüchel
Kasse und privatDurchführung: Ärztin/ArztDermatologie

Aktinische Keratosen und PDT

Lichtbedingte Vorstufen des hellen Hautkrebses erkennen und behandeln, bei flächigem Befall mit der photodynamischen Therapie.

  • Dauerklassische PDT: ca. 3 Std. Einwirkzeit, ca. 10 Min. Belichtung
  • AusfallzeitRötung und Krusten für einige Tage
  • Betäubungbei Bedarf Kühlung
  • Sitzungen1, bei Bedarf Wiederholung nach 10–14 Tagen
Zum Bereich
Areale
Eingesetzte Technik

Was ist das?

Aktinische Keratosen sind Hautveränderungen, die durch jahrelange UV-Belastung entstehen. Sie zeigen sich als raue, schuppende, manchmal rötliche Stellen, vor allem an den sogenannten Sonnenterrassen: Gesicht, Ohren, Kopfhaut bei Glatze, Handrücken und Unterarme. Sie gelten als Frühform oder Vorstufe des hellen Hautkrebses und sollten ärztlich beurteilt und behandelt werden.

Für die Behandlung gibt es mehrere Möglichkeiten. Bei flächigen Veränderungen (Feldkanzerisierung, also mehrere Veränderungen in einem Areal) ist die photodynamische Therapie (PDT) etabliert. Mit ihr lassen sich größere Areale in einer Sitzung behandeln. Je nach Befund kommen auch ablative Laser, die Vereisung oder Cremes zur Selbstanwendung infrage.

Bei der PDT trägt der Arzt eine Creme mit einem lichtaktivierbaren Wirkstoff auf. Die veränderten Zellen nehmen ihn bevorzugt auf. Die anschließende Belichtung schädigt gezielt diese Zellen, das umgebende gesunde Gewebe deutlich weniger.

Für wen?

  • Aktinische Keratosen, einzeln oder flächig
  • Feldkanzerisierung (mehrere Veränderungen in einem Areal)
  • Morbus Bowen
  • Oberflächliche Basalzellkarzinome nach ärztlicher Beurteilung

Ablauf

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    Untersuchung und Therapiewahl

    Zunächst beurteilen wir die Hautveränderungen und legen das geeignete Verfahren fest. Bei Unklarheit kann eine feingewebliche (histologische) Untersuchung sinnvoll sein.

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    Wirkstoff auftragen

    Der Arzt trägt auf die betroffenen Areale eine Creme mit einem lichtaktivierbaren Wirkstoff auf. Die veränderten Zellen nehmen ihn vor allem auf.

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    Einwirkzeit

    Anschließend decken wir das Areal mit einem lichtundurchlässigen Verband ab, bei der klassischen PDT für etwa drei Stunden. In dieser Zeit reichert sich der Wirkstoff in den veränderten Zellen an.

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    Belichtung

    Danach bestrahlen wir das Areal etwa zehn Minuten mit kaltem roten Licht einer speziellen Lampe. Das Licht schädigt die angereicherten Zellen gezielt. Bei Bedarf wiederholen wir die Behandlung nach 10–14 Tagen.

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    Tageslicht-PDT als Alternative

    Bei der Tageslicht-Variante wirkt die Creme etwa 30 Minuten ein. Danach folgt eine zweistündige Belichtung mit Licht des sichtbaren Spektrums (400–750 nm) aus LED-Lampen. Diese Variante ist meist deutlich schmerzärmer, die Belichtung dauert dafür länger.

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    Kontrolle

    Nach der Behandlung kontrollieren wir das Ergebnis. Nicht jede Veränderung spricht vollständig an; dann ist eine Wiederholung oder ein anderes Verfahren sinnvoll.

Technologie oder Wirkstoff

Der aufgetragene Wirkstoff ist ein Vorläufer des körpereigenen Farbstoffs Protoporphyrin IX. Die krankhaft veränderten Zellen nehmen ihn bevorzugt auf und wandeln ihn in Protoporphyrin IX um. Dieser Stoff macht die Zellen sehr empfindlich für rotes Licht. Trifft dann Licht der passenden Wellenlänge auf das Areal, gehen die angereicherten Zellen zugrunde; gesunde Zellen nehmen den Wirkstoff deutlich weniger auf.

Bei der klassischen PDT kommt kaltes rotes Licht um 634 Nanometer zum Einsatz, bei der Tageslicht-PDT Licht von 400 bis 750 Nanometern aus LED-Lampen. Die Cremes sind verschreibungspflichtige Arzneimittel; welches Präparat wir einsetzen, besprechen wir im Gespräch.

TODO: Gerätemodelle der PDT-Lampen ärztlich bestätigen (alte Website: Aktilite-Rotlichtlampe um 634 nm; drei Dr. Mach LED 150F mit je 100.000 Lux).

Was Sie realistisch erwarten können

  • Während der Belichtung kann die klassische PDT brennen oder schmerzen, teils deutlich. Bei Bedarf kühlen wir oder unterbrechen. Die Tageslicht-PDT ist meist deutlich schmerzärmer, benötigt aber eine längere Belichtungszeit.
  • Für einige Tage nach der Behandlung sind Rötung, Schwellung und Krustenbildung im behandelten Areal üblich.
  • Mit der PDT lassen sich größere, flächige Areale in einer Sitzung behandeln. Bei Bedarf wiederholen wir die Behandlung nach 10–14 Tagen.
  • Weil der Wirkstoff vor allem die veränderten Zellen erreicht, bleibt das umgebende gesunde Gewebe weitgehend geschont. Sehr selten bleiben kleine Narben oder vorübergehende Pigmentverschiebungen zurück.
  • Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.

Risiken und Nebenwirkungen

  • Rötung, Brennen, Schwellung, KrustenVorübergehend können Rötung, Brennen, Schwellung und Krusten auftreten. Die Haut ist nach der Behandlung lichtempfindlich.
  • Schmerzen während der BelichtungDie klassische PDT kann während der Belichtung deutlich brennen oder schmerzen. Wir kühlen bei Bedarf oder unterbrechen die Belichtung.
  • Unvollständiges AnsprechenNicht jede Veränderung spricht vollständig an. Kontrolltermine und gegebenenfalls eine Wiederholung sind wichtig.
  • Pigmentverschiebungen und NarbenSelten bleiben vorübergehende Pigmentverschiebungen zurück, sehr selten kleine Narben.
  • Grenzen des VerfahrensDie PDT eignet sich nur für oberflächliche Formen, etwa aktinische Keratosen, Morbus Bowen oder ein oberflächliches Basalzellkarzinom. Knotige oder tiefer wachsende Tumoren und invasiver heller Hautkrebs brauchen eine andere Behandlung, meist eine Operation. Vor einer solchen Behandlung sichern wir die Diagnose in der Regel feingeweblich.
  • Unklarer BefundBleibt ein Befund unklar oder verändert er sich, ist eine feingewebliche Untersuchung zur Sicherung der Diagnose notwendig.
  • Lichtgeschädigte Haut insgesamtAktinische Keratosen sind Ausdruck einer insgesamt lichtgeschädigten Haut. Regelmäßige Hautkontrollen und konsequenter Sonnenschutz bleiben deshalb wichtig.

Wann wir nicht behandeln

  • Bestimmte lichtempfindliche Erkrankungen, etwa eine Porphyrie
  • Unverträglichkeit gegen den lichtaktivierbaren Wirkstoff
  • Knotige oder tiefer wachsende Tumoren (hier meist Operation statt PDT)

Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.

Vor- und Nachsorge

Nachsorge

  • Schützen Sie das behandelte Areal nach der Belichtung konsequent vor Sonnenlicht, in der Regel mindestens 48 Stunden.
  • Nehmen Sie den Kontrolltermin wahr. Bei Bedarf wiederholen wir die Behandlung nach 10–14 Tagen.
  • Dauerhaft gelten Sonnenschutz und regelmäßige Hautkontrollen, weil die Haut insgesamt lichtgeschädigt ist.

Kosten und Erstattung

Bei medizinischer Notwendigkeit ist die Behandlung aktinischer Keratosen in der Regel eine Kassenleistung. Den Rahmen besprechen wir vorab mit Ihnen.

Bei privat Versicherten richtet sich die Erstattung nach dem jeweiligen Tarif.

Wirkprinzip und Evidenz

Alternativen

Je nach Befund kommen ablative Laser (Erbium-YAG-Laser oder fraktionierter CO₂-Laser), die Vereisung (Kryotherapie) oder Cremes zur Selbstanwendung infrage. Bei stark lichtgeschädigter Haut kann die Kombination aus fraktioniertem CO₂-Laser und PDT sinnvoll sein. Welches Verfahren passt, besprechen wir mit Ihnen.

Häufige Fragen

Sie gelten als Frühform oder Vorstufe des hellen Hautkrebses. Einzelne Veränderungen sind meist gut behandelbar; unbehandelt können sie mit der Zeit in einen hellen Hautkrebs übergehen. Deshalb sollten sie ärztlich beurteilt und behandelt werden.

Ein Verfahren, bei dem der Arzt einen lichtaktivierbaren Wirkstoff auf die Haut aufträgt und das Areal nach einer Einwirkzeit mit speziellem Licht bestrahlt. Das Licht schädigt die veränderten Zellen. Die PDT eignet sich besonders für flächige Veränderungen.

Die klassische PDT kann während der Belichtung brennen oder schmerzen, teils deutlich; bei Bedarf kühlen wir oder pausieren. Die Tageslicht-Variante ist meist deutlich schmerzärmer.

Bei stark lichtgeschädigter Haut kommt die Kombination aus fraktioniertem CO₂-Laser und photodynamischer Therapie in Betracht. Ob sie im Einzelfall sinnvoll ist, hängt vom Befund ab; das besprechen wir vorab mit Ihnen.

Bei medizinischer Notwendigkeit in der Regel ja. Bei privat Versicherten richtet sich die Erstattung nach dem Tarif. Den Rahmen besprechen wir vor der Behandlung.

Dermatologie

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