Schuppenflechte (Psoriasis)
Schuppende, gerötete Plaques in Schüben: Wir ordnen die Schuppenflechte ein und behandeln stufenweise mit Cremes, Lichttherapie und gezielter Bestrahlung einzelner Herde.
Was ist das?
Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung mit erblicher Veranlagung. Sie verläuft in Schüben und ist nicht ansteckend. Wir ordnen die Erkrankung ein und behandeln sie stufenweise.
Das Immunsystem beschleunigt die Erneuerung der Oberhaut: Hautzellen reifen in wenigen Tagen statt in etwa vier Wochen und bilden silbrig-weiße Schuppen auf geröteten, scharf begrenzten Herden (Plaques). Typisch sind Ellenbogen, Knie, Kreuzbein und behaarte Kopfhaut, auch Nägel, Handflächen, Fußsohlen und Hautfalten.
Auslöser sind unter anderem Infekte, Stress, Hautverletzungen, bestimmte Medikamente, Alkohol und Rauchen. Bei einem Teil entzünden sich auch Gelenke oder Sehnenansätze (Psoriasis-Arthritis). Die Schuppenflechte betrifft mehr als die Haut: Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Depressionen kommen häufiger vor.
Heilbar ist die Schuppenflechte nicht, die Herde lassen sich aber oft über lange Zeit zurückdrängen. Die Behandlung folgt einem Stufenschema: äußerliche Therapie, Lichttherapie (UVB, Balneophototherapie als Solebad mit anschließender Bestrahlung in der eigenen Badeabteilung, PUVA) und bei ausgeprägten Verläufen innerliche Medikamente. Einzelne hartnäckige Herde lassen sich gezielt mit UV-Licht von 308 nm bestrahlen.
Für wen?
- Gerötete, schuppende Herde an Ellenbogen, Knien, Kreuzbein oder Kopfhaut
- Schuppenflechte in Hautfalten, an Handflächen oder Fußsohlen
- Nagelveränderungen wie Tüpfel, Ölflecken oder verdickte Nägel
- Einzelne hartnäckige Herde, die auf Cremes nur wenig ansprechen
- Ausgedehnter Befall, bei dem eine Lichttherapie infrage kommt
- Gelenkschmerzen, Morgensteifigkeit oder geschwollene Finger bei bekannter Schuppenflechte
- Erstmals aufgetretene Schuppung, deren Ursache unklar ist
Ablauf
- 1
Untersuchung und Einordnung
Wir untersuchen Haut, Kopfhaut und Nägel, bestimmen Form und Ausdehnung und fragen nach Verlauf, Auslösern, Vorbehandlungen, Medikamenten und Gelenkbeschwerden. Andere schuppende Erkrankungen wie Ekzeme oder Pilzinfektionen grenzen wir ab, im Zweifel sichert eine Hautprobe die Diagnose.
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Äußerliche Behandlung
Grundlage ist eine rückfettende Basispflege. Salicylsäure- oder harnstoffhaltige Präparate lösen die Schuppen, damit die Wirkstoffe die Haut erreichen. Gegen die Entzündung wirken kortisonhaltige Präparate und Vitamin-D3-Abkömmlinge, oft kombiniert. Für Kopfhaut, Nägel und Hautfalten gibt es angepasste Zubereitungen. Bei häufigen Rückfällen kann eine Erhaltungsbehandlung an zwei Tagen pro Woche sinnvoll sein.
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Lichttherapie
Bei ausgedehntem Befall bestrahlen wir den ganzen Körper oder Hände und Füße mit UVB, meist an drei oder fünf Tagen pro Woche über mehrere Wochen. In der Badeabteilung kombinieren wir die Bestrahlung als Balneophototherapie mit einem Solebad. Alternativ kommt die PUVA infrage. Ablauf, Dosis und Risiken stehen auf den Seiten Lichttherapie und UVB-Therapie.
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Gezielte Bestrahlung einzelner Herde
Einzelne hartnäckige Plaques und schwer zugängliche Regionen wie Kopfhaut, Achselhöhlen, Leisten oder Analregion lassen sich gezielt mit UV-Licht von 308 nm bestrahlen. Die gesunde Haut bleibt ausgespart, die Dosis lässt sich rascher steigern als bei einer Ganzkörperbestrahlung. Nach Angaben der alten Website reichen in der Regel 10 bis 15 Sitzungen, bis die behandelten Herde weitgehend abheilen.
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Innerliche Behandlung
Innerliche Medikamente kommen bei mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte infrage, bei Gelenkbeteiligung oder wenn äußerliche Therapie und Licht nicht ausreichen. Zur Verfügung stehen klassische Wirkstoffe, die das Immunsystem dämpfen, und Biologika, die gezielt einzelne Botenstoffe der Entzündung blockieren. Sie erfordern eine sorgfältige Auswahl, Voruntersuchungen und regelmäßige Laborkontrollen.
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Verlaufskontrolle
Wir beurteilen das Ansprechen nach einigen Wochen und passen die Behandlung an. Bei Gelenkbeschwerden ziehen wir die Rheumatologie hinzu. Begleiterkrankungen sprechen wir an und stimmen uns bei Bedarf mit der Hausarztpraxis ab.
Was Sie realistisch erwarten können
- Die Schuppenflechte ist anlagebedingt und nicht heilbar. Ziel ist, die Herde weitgehend abheilen zu lassen, Schübe seltener zu machen und die Lebensqualität zu erhalten.
- Äußerliche Behandlungen wirken über Wochen. Lichttherapie-Serien dauern mehrere Wochen mit mehreren Terminen pro Woche.
- Nach einer Lichttherapie bleibt das Hautbild häufig über Monate ruhig. Wann ein neuer Schub kommt, ist nicht vorhersehbar.
- Neue Herde sind anfangs klein. Früh behandelt, reichen meist kürzere Behandlungszyklen.
- Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.
Risiken und NebenwirkungenNebenwirkungen, Gegenanzeigen und Hinweise
- Äußerliche WirkstoffeHautreizung, Brennen und Trockenheit sind möglich. Kortisonhaltige Präparate können bei zu langer Anwendung die Haut dünner machen. In Gesicht und Hautfalten setzen wir sie nur kurz und in schwacher Stärke ein. Ein abruptes Absetzen begünstigt einen Rückfall.
- LichttherapieHäufigste akute Nebenwirkung ist eine sonnenbrandähnliche Rötung, bei zu hoher Dosis bis zur Blasenbildung. Die Haut bräunt vorübergehend und kann trockener werden. UV-Therapien können langfristig das Hautkrebsrisiko erhöhen und die Haut vorzeitig altern lassen. Wir steuern und begrenzen die Dosis deshalb ärztlich. Bestimmte Medikamente erhöhen die Lichtempfindlichkeit. Bitte nennen Sie uns alle Präparate.
- PUVANach der Vorbehandlung mit Psoralen bleibt die Haut über Stunden lichtempfindlich. Während einer PUVA-Therapie darf keine Schwangerschaft bestehen. Die Regeln für den Behandlungstag stehen auf der Seite PUVA-Therapie.
- Gezielte Bestrahlung mit 308 nmIm bestrahlten Areal entsteht nicht selten eine sonnenbrandähnliche Entzündung. Die behandelte Haut färbt sich vorübergehend braun. Diese Bräunung bildet sich nach Therapieende zurück. Eine zu hohe Dosis kann Blasen verursachen. Bei hohen UV-Gesamtdosen ist, wie bei jeder UV-Therapie, ein langfristig leicht erhöhtes Hautkrebsrisiko nicht völlig auszuschließen. Auch hier steuert und begrenzt der Arzt deshalb die Dosis. Die Schuppenflechte lässt sich mit dem Laser nicht heilen; behandelt werden die bestehenden Herde.
- Innerliche MedikamenteSie haben eigene Nebenwirkungen und Gegenanzeigen, etwa für Leber, Nieren, Blutbild oder Infektanfälligkeit, und erfordern regelmäßige Kontrollen. Über die für Sie infrage kommenden Wirkstoffe klären wir vorab persönlich auf.
- Auslösende MedikamenteBestimmte Medikamente, etwa einige Betablocker, Lithium oder Malariamittel, können eine Schuppenflechte auslösen oder verschlechtern. Setzen Sie verordnete Medikamente nie eigenmächtig ab; sprechen Sie uns an.
Wann wir nicht behandeln
- Lichttherapie: lichtempfindliche Erkrankungen wie Lupus erythematodes oder Porphyrie, erhöhtes Hautkrebsrisiko, sehr heller UV-empfindlicher Hauttyp (Einzelfallprüfung)
- PUVA: Schwangerschaft
Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.
Vor- und NachsorgeVorbereitung und Nachsorge
Vorbereitung
- Bringen Sie eine Liste aller Medikamente mit, auch pflanzliche Mittel wie Johanniskraut.
- Notieren Sie, wann Schübe aufgetreten sind und was ihnen voranging (Infekte, Stress, neue Medikamente).
Nachsorge
- Pflegen Sie die Haut täglich rückfettend, auch in ruhigen Phasen.
- Vermeiden Sie Hautverletzungen, Kratzen und starkes Scheuern; an verletzten Stellen können neue Herde entstehen (Köbner-Phänomen).
- Verzichten Sie möglichst auf Rauchen und reduzieren Sie Alkohol; beides verschlechtert die Schuppenflechte.
- Melden Sie Gelenkschmerzen, Morgensteifigkeit oder geschwollene Finger und Zehen, auch zwischen den Terminen.
Kosten und ErstattungPreise, Richtwerte und Erstattung
Die Behandlung der Schuppenflechte ist die Behandlung einer Erkrankung: Untersuchung, verordnete äußerliche und innerliche Therapie und die Lichttherapie rechnen wir über die gesetzliche oder private Krankenkasse ab.
Die ambulante Balneophototherapie erstatten private Krankenkassen grundsätzlich, gesetzliche Krankenkassen derzeit bei der Diagnose Schuppenflechte.
Die gezielte Bestrahlung einzelner Herde mit dem Excimer-Laser ist bisher keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Sie lässt sich nicht über die Chipkarte abrechnen. Wir rechnen sie nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) ab; private Kassen übernehmen die Kosten in der Regel. Welche Kosten in Ihrem Fall anfallen, klären wir vorab.
Formen der Schuppenflechte
Die Form bestimmt mit, welche Behandlung passt:
- Psoriasis vulgaris (Plaque-Psoriasis): die häufigste Form mit scharf begrenzten, schuppenden Herden
- Psoriasis guttata: viele kleine, tropfenförmige Herde, oft nach einer Streptokokken-Infektion
- Psoriasis inversa: in Hautfalten wie Achseln, Leisten oder unter der Brust, meist ohne Schuppen
- Kopfhaut- und Nagelpsoriasis: Schuppung am Haaransatz, Tüpfelnägel, Ölflecken, Nagelablösung
- Psoriasis pustulosa: sterile Eiterbläschen, häufig an Handflächen und Fußsohlen
- Psoriasis-Arthritis: Beteiligung von Gelenken und Sehnenansätzen
Behandlung mit dem Excimer-Laser
Der Excimer-Laser ist ein gepulster XeCl-Laser (Xenonchlorid). Sein UV-Licht von 308 nm liegt nahe am Spektrum der UVB-Geräte mit 311 nm, trifft aber nur den erkrankten Herd. Dadurch ist die Lichtdosis in der Plaque höher. Die Behandlung kann mit einer höheren Dosis beginnen. Der übrige Körper erhält deutlich weniger UV-Strahlung.
Das Behandlungsfeld ist mit etwa 4 cm² klein. Das passt zu umschriebenen, kleinflächigen Herden und zu Stellen, die eine Ganzkörperbestrahlung kaum erreicht.
Treten nach der Sitzungsserie neue, meist kleine Herde auf, ist eine frühe erneute Bestrahlung sinnvoll. Dann genügen oft wenige Zyklen.
Die Schmalspektrum-UVB-Bestrahlung mit 311 nm trifft dagegen den ganzen Körper oder einen großen Teil davon. Der Laser gibt sein Licht vollständig bei 308 nm ab. Bei Excimer-Blitzlampen bezeichnet dieselbe Angabe nur das Maximum eines breiteren Spektrums.
Häufige Fragen
Nein. Sie beruht auf einer erblichen Veranlagung und einer Fehlsteuerung des Immunsystems, nicht auf Erregern.
Nein. Die Veranlagung bleibt. Die Herde lassen sich aber behandeln und oft über Monate zurückdrängen; bei neuen Schüben beginnen wir früh mit der Behandlung.
Das hängt von Ausdehnung und Lage der Herde ab. Bei ausgedehntem Befall bestrahlen wir den ganzen Körper mit UVB, bei Bedarf kombiniert mit einem Solebad. Einzelne hartnäckige Herde oder schwer zugängliche Stellen lassen sich gezielt mit 308 nm bestrahlen. Die Entscheidung fällt nach der Untersuchung.
Bei einem Teil der Betroffenen entzündet die Erkrankung auch Gelenke und Sehnenansätze (Psoriasis-Arthritis). Anhaltende Gelenkschmerzen, Morgensteifigkeit oder geschwollene Finger sollten Sie ansprechen; wir ziehen dann die Rheumatologie hinzu.
Die Balneophototherapie erstatten private Kassen grundsätzlich, gesetzliche Kassen bei der Diagnose Schuppenflechte. Die gezielte Bestrahlung mit dem Excimer-Laser ist eine IGeL-Leistung. Den Rahmen für Ihre Behandlung klären wir vorab.
Ja. Rauchen, Alkohol und Übergewicht verschlechtern die Schuppenflechte und mindern das Ansprechen auf die Behandlung. Infekte und Stress lösen Schübe aus. Was sich ändern lässt, besprechen wir mit Ihnen.
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Verwandte Behandlungen
Lichttherapie
Bei Schuppenflechte, Neurodermitis und chronischen Hand- und Fußekzemen behandeln wir je nach Befund mit UVB, UVA/UVB oder PUVA. Möglich ist eine Ganzkörperbestrahlung oder eine gezielte Bestrahlung von Händen und Füßen.
UVB
Die UVB-Bestrahlung gehört bei der Schuppenflechte zu den etablierten Lichttherapien. Wir bestrahlen den ganzen Körper oder nur Hände und Füße; bei Bedarf kombinieren wir die Behandlung mit äußerlich angewendeten Wirkstoffen oder mit Solebädern.
PUVA
PUVA verbindet die Vorbehandlung der Haut mit einem Lichtsensibilisator und eine anschließende UVA-Bestrahlung. Wir führen sie vor allem als Bade-PUVA und als Creme-PUVA durch.





