Haarausfall
Haarausfall ursächlich abklären, den Verlauf mit dem TrichoScan messen und die Behandlung auf den Befund abstimmen.
- SitzungenVerlaufskontrolle nach 3–6 Monaten
Was ist das?
Bis zu 100 Haare am Tag zu verlieren ist normal. Jedes Haar durchläuft einen Zyklus aus Wachstumsphase (Anagen), Übergangsphase und Ruhephase (Telogen) und fällt am Ende aus. Von Haarausfall sprechen wir, wenn deutlich mehr Haare ausfallen, das Haar sichtbar dünner wird oder kahle Stellen entstehen.
Die Ursachen sind vielfältig. Am häufigsten ist der anlagebedingte (androgenetische) Haarausfall: bei Männern Geheimratsecken und eine lichte Tonsur, bei Frauen ein lichter Scheitel. Diffuser Haarausfall entsteht durch einen Mangel an Eisen, Vitaminen oder Spurenelementen, durch Schilddrüsen- oder Hormonstörungen, nach Infekten, Operationen oder Geburten oder durch Medikamente. Beim kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) greift das Immunsystem die Haarwurzeln an. Vernarbende Formen zerstören die Follikel dauerhaft; sie müssen früh erkannt werden.
In unserer Haarsprechstunde klären wir diese Ursachen ab und stimmen die Behandlung auf den Befund ab. Den Verlauf messen wir mit dem computergestützten TrichoScan, damit sich der Erfolg einer Therapie nach Monaten objektiv beurteilen lässt.
Für wen?
- Haarausfall bei Frauen und Männern
- Diffuser Haarausfall, etwa hormonell, durch die Schilddrüse oder Mangelzustände
- Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie)
- Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)
- Verlaufs- und Erfolgskontrolle einer laufenden Therapie
- Unklare Veränderungen von Haar und Kopfhaut
Ablauf
- 1
Anamnese und Untersuchung
Wir fragen nach Beginn und Verlauf, nach Erkrankungen, Medikamenten, Ernährung, Geburten und nach Haarausfall in der Familie. Dann beurteilen wir Kopfhaut und Haare, auch mit dem Auflichtmikroskop, und prüfen mit einem Zugtest, wie locker die Haare sitzen.
- 2
Laboruntersuchung
Bei Bedarf ergänzen wir eine Blutuntersuchung: Eisen und Ferritin, Schilddrüsenwerte, Hormone, Vitamine und Spurenelemente, bei Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung weitere Werte.
- 3
TrichoScan
Zur objektiven Verlaufskontrolle rasieren wir ein etwa 1 cm² großes Areal. Drei Tage später färben wir die nachgewachsenen Haare und fotografieren sie mit einer Digitalkamera in 20-facher Vergrößerung. Die Software misst die Haardichte und das Verhältnis von Anagen- zu Telogenhaaren. Nach drei bis sechs Monaten wiederholen wir die Messung.
- 4
Therapie nach der Ursache
Mangelzustände gleichen wir aus; Schilddrüsen- oder Hormonstörungen behandeln wir oder überweisen an die passende Fachrichtung. Beim anlagebedingten Haarausfall kommen Haarwässer und Präparate mit Vitaminen und Spurenelementen zum Einsatz, ergänzend die Mesotherapie oder die PRP-Therapie, bei denen Wirkstoffe oder aufbereitetes Eigenblut in die Kopfhaut gespritzt werden. Beim kreisrunden Haarausfall setzen wir zusätzlich die topische Immuntherapie mit Diphenylcyclopropenon (DPCP) oder den Excimer-Laser ein.
- 5
Verlaufskontrolle
Haare wachsen langsam. Deshalb beurteilen wir den Verlauf in Abständen von Monaten, objektiviert durch den TrichoScan, und passen die Behandlung bei Bedarf an.
Technologie oder Wirkstoff
Der TrichoScan verbindet Digitalfotografie mit einer Bildanalyse. Weil die Haare im rasierten Areal drei Tage nachgewachsen sind, unterscheidet die Software wachsende Anagenhaare (länger geworden) von ruhenden Telogenhaaren (nicht gewachsen). Das Verhältnis beider Gruppen und die Haardichte pro Quadratzentimeter zeigen, ob der Haarausfall aktiv ist und ob eine Therapie greift.
Bei der Mesotherapie und der PRP-Therapie bringt der Arzt Vitamine, andere haarwuchsfördernde Substanzen oder aufbereitetes Eigenblut mit feinen Nadeln in die Kopfhaut ein. Die Verfahren sollen das Umfeld der Haarwurzeln unterstützen; die Studienlage dazu ist begrenzt.
DPCP ist eine Substanz, die eine Kontaktallergie auslöst. Beim kreisrunden Haarausfall trägt der Arzt sie in schrittweise steigender Konzentration auf und löst so ein kontrolliertes Ekzem aus, das die fehlgeleitete Immunreaktion an der Haarwurzel umlenken soll. Der Excimer-Laser (308 nm) bestrahlt kahle Stellen gezielt mit UV-B-Licht.
Was Sie realistisch erwarten können
- Haarwachstum verändert sich langsam; ein Behandlungserfolg lässt sich erst über mehrere Monate beurteilen. Deshalb erfolgt die TrichoScan-Kontrolle nach drei bis sechs Monaten.
- Beim anlagebedingten Haarausfall ist das Ziel, den Verlust zu bremsen und die Haardichte zu verbessern. Endet die Therapie, setzt der Haarausfall wieder ein.
- Diffuser Haarausfall nach einem Mangel oder einer Erkrankung bessert sich meist einige Monate, nachdem die Ursache behoben ist.
- Beim kreisrunden Haarausfall sind spontane Besserungen und Rückfälle typisch.
- Bei vernarbendem Haarausfall lässt sich das Fortschreiten bremsen; verlorene Follikel wachsen nicht nach.
- Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.
Risiken und Nebenwirkungen
- Injektionen in die KopfhautNach Mesotherapie oder PRP können vorübergehend Rötung, Schwellung, Druckempfindlichkeit oder kleine Blutergüsse auftreten. Infektionen sind selten.
- DPCP-BehandlungDie Behandlung löst bewusst eine kontrollierte, ärztlich überwachte Hautreaktion mit Juckreiz und Rötung aus. Sie kann stärker ausfallen (ausgeprägtes Ekzem, Blasen, Lymphknotenschwellung am Hals) oder vorübergehend helle oder dunkle Pigmentflecken hinterlassen. Deshalb steigern wir die Konzentration schrittweise.
- Excimer-LaserNach der Bestrahlung ist eine vorübergehende Rötung möglich, ähnlich einem leichten Sonnenbrand.
- Wirkstoffhaltige Lösungen und TablettenLösungen zum Auftragen können die Kopfhaut reizen und in den ersten Wochen den Haarausfall vorübergehend verstärken. Tabletten gegen anlagebedingten Haarausfall haben eigene Nebenwirkungen, über die wir vorab aufklären.
- Rasiertes Areal beim TrichoScanDas etwa 1 cm² große rasierte Areal kann bei kurzem Haar einige Wochen sichtbar sein.
- Zulassungsstatus und GrenzenPRP- und Mesotherapie sowie die DPCP-Behandlung sind für diese Anwendung keine arzneimittelrechtlich zugelassenen Standardtherapien. Sie erfolgen als individueller Behandlungsversuch nach ausführlicher Aufklärung; ihre Wirksamkeit ist je nach Verfahren unterschiedlich belegt. Je nach Ursache ist Haarausfall nur begrenzt beeinflussbar.
Wann wir nicht behandeln
- Injektionen: akute Entzündungen der Kopfhaut, Gerinnungsstörungen oder Blutverdünner (nur nach Rücksprache), Schwangerschaft und Stillzeit
- DPCP: Schwangerschaft und Stillzeit, ausgeprägte Ekzemneigung der Kopfhaut
- Excimer-Laser: lichtempfindliche Erkrankungen und lichtsensibilisierende Medikamente
Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.
Vor- und Nachsorge
Vorbereitung
- Bringen Sie Vorbefunde, Laborwerte und eine Liste Ihrer Medikamente mit.
- Kommen Sie mit ungestyltem Haar ohne Haarspray, Gel oder Öl, damit sich Kopfhaut und Haare beurteilen lassen.
Nachsorge
- Wenden Sie verordnete Lösungen regelmäßig an; unregelmäßige Anwendung mindert die Wirkung.
- Nach Injektionen schonen Sie die Kopfhaut für einen Tag: keine heiße Haarwäsche, kein Sport, keine Sauna.
- Nehmen Sie die TrichoScan-Kontrolle nach drei bis sechs Monaten wahr.
Kosten und Erstattung
Die ärztliche Abklärung des Haarausfalls einschließlich der notwendigen Laboruntersuchungen ist eine Leistung der gesetzlichen und privaten Krankenkassen.
TrichoScan, PRP- und Mesotherapie sind in der Regel Selbstzahler- beziehungsweise IGeL-Leistungen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Richtwerte für PRP und Mesotherapie stehen in der Preisliste der Ästhetik. TODO: Preis des TrichoScan ergänzen.
Was bei kreisrundem Haarausfall die Kasse trägt und was Sie selbst, besprechen wir vorab. TODO: Abrechnung von DPCP und Excimer-Laser ärztlich klären.
Wirkprinzip und Evidenz
Für die zugelassenen Mittel beim anlagebedingten Haarausfall liegen kontrollierte Studien vor; sie bremsen den Verlust und erhöhen bei einem Teil der Behandelten die Haardichte. Für PRP gibt es kleinere Studien mit uneinheitlichen Ergebnissen, für die Mesotherapie kaum kontrollierte Daten. Die DPCP-Immuntherapie ist bei ausgedehntem kreisrundem Haarausfall seit Jahrzehnten beschrieben; Rückfälle sind häufig.
Alternativen
Bei fortgeschrittenem anlagebedingtem Haarausfall kann eine Haartransplantation in Frage kommen. Als regenerative Ergänzung bieten wir Seffhair an, die Einbringung von aufbereitetem Eigenfett in die Kopfhaut.
Quellen
- European Dermatology Forum, Leitlinie zur androgenetischen Alopezie (Kanti et al., 2018)
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft, Empfehlungen und Übersichtsarbeiten zu Alopecia areata
Häufige Fragen
Sehr unterschiedliche: hormonelle Störungen, Schilddrüsen- oder Autoimmunerkrankungen, ein Mangel an Eisen, Vitaminen oder Spurenelementen, erblich bedingter Haarausfall oder kreisrunder Haarausfall. In der Haarsprechstunde klären wir die Ursache ab.
Ein computergestütztes Verfahren zur Verlaufskontrolle. Es misst die Haardichte und das Verhältnis von Wachstums- zu Ruhehaaren in einem kleinen rasierten Areal. Der Vergleich nach drei bis sechs Monaten zeigt objektiv, ob eine Therapie wirkt.
Haar wächst langsam; der Erfolg zeigt sich über mehrere Monate. Deshalb erfolgt die TrichoScan-Kontrolle in der Regel nach drei bis sechs Monaten.
Injektionen in die Kopfhaut können kurz unangenehm sein, werden aber meist gut vertragen. Über den Ablauf der jeweiligen Behandlung informieren wir Sie vorab.
Im Muster ja: Frauen verlieren meist diffus am Scheitel, der Haaransatz bleibt. Bei Frauen sind zudem Eisenmangel, die Schilddrüse und hormonelle Umstellungen wie Geburt, Wechseljahre oder das Absetzen der Pille häufige Auslöser. Deshalb ist die Laboruntersuchung hier besonders wichtig.
Dermatologie
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Verwandte Behandlungen
Haarsprechstunde
In der Haarsprechstunde suchen wir die Ursache des Haarausfalls: Hormone, Schilddrüse, Autoimmunerkrankungen oder ein Mangel an Vitaminen und Spurenelementen. Den Verlauf messen wir mit dem TrichoScan.
Seffhair
Seffhair überträgt die Eigenfett-Technologie des Seffiller auf die Kopfhaut. Ob das für Sie infrage kommt, hängt von der Ursache Ihres Haarausfalls ab; die klären wir vorher ab.
PRP / PRF
Aus einer kleinen Blutmenge gewinnen wir ein Konzentrat aus Blutplättchen und Wachstumsfaktoren. Wir setzen es für die Hautqualität, bei Narben und unterstützend bei Haarausfall ein.





