Zum Inhalt springen
Dr. Nüchel
PrivatleistungDurchführung: Ärztin/ArztLasermedizin

Farbstofflaser Vbeam

Gepulster Farbstofflaser mit 595 Nanometern: Der rote Blutfarbstoff nimmt sein Licht auf, erweiterte Gefäße verschließen sich, das umliegende Gewebe bleibt weitgehend geschont.

  • Dauerca. 15–45 Min. pro Sitzung, je nach Größe des Areals
  • AusfallzeitRötung und Schwellung 1–3 Tage; eine Purpura kann ca. 7–14 Tage sichtbar bleiben
  • Wirkdauerverschlossene Gefäße kehren in der Regel nicht zurück; neue können entstehen
  • Betäubungmeist nicht nötig (integrierte Kühlung), auf Wunsch betäubende Creme
  • Sitzungenkleine Veränderungen oft 1, größere mehrere im Abstand von einigen Wochen
Zum Bereich
Areale
Eingesetzte Technik

Was ist das?

Der Vbeam des Herstellers Candela ist ein blitzlampengepumpter, gepulster Farbstofflaser. Er gibt Licht der Wellenlänge 595 Nanometer ab, das nahezu ausschließlich der rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) aufnimmt. In den getroffenen Gefäßen wandelt sich die Lichtenergie in Wärme um; das Gefäß verschließt sich, gewissermaßen „verschweißt“. Das umgebende Gewebe nimmt das Licht kaum auf und bleibt weitgehend geschont. Dieses Wirkprinzip heißt selektive Photothermolyse.

Behandeln lassen sich damit Gefäßveränderungen der Haut: erweiterte Äderchen (Teleangiektasien), Couperose und die Gefäßkomponente der Rosazea, Feuermale, Blutschwämme, Gefäßsternchen und Besenreiser, außerdem gerötete Narben. Kleine Veränderungen sind oft mit wenigen Lichtimpulsen behandelt. Größere oder tiefer gelegene Gefäßmale brauchen in aller Regel mehrere Behandlungszyklen, und nicht jede Veränderung lässt sich vollständig beseitigen.

Je nach Einstellung tritt nach der Behandlung eine vorübergehende blau-rote Verfärbung auf (Purpura), ein bekanntes Zeichen dafür, dass der Impuls die Gefäße erreicht hat. Darüber klären wir Sie vorab auf. Die einzelnen Krankheitsbilder beschreiben die verlinkten Anliegen-Seiten.

Für wen?

  • Erweiterte Blutgefäße (Teleangiektasien, Couperose, Rubeosis faciei, Rosazea teleangiectatica)
  • Blutschwamm (Hämangiom)
  • Feuermal (Naevus flammeus)
  • Gefäßsternchen (Spider-Naevus, Naevus araneus)
  • Besenreiser, vor allem feine im Gesicht
  • Gerötete, frische oder überschießende Narben und Keloide, etwa nach Operationen
  • Anhaltende Rötungen nach Hautentzündungen oder Akne
  • Warzen (Verrucae vulgares)
  • Schuppenflechte (Psoriasis) in ausgewählten Fällen
  • Dehnungs- und Schwangerschaftsstreifen (Striae), solange sie noch gerötet sind
  • Periorbitale Falten im Augenbereich

Technologie oder Wirkstoff

  • HerstellerCandela
  • Wellenlängen595 nm
  • TypBlitzlampengepumpter, gepulster Farbstofflaser mit integrierter Kühlung
  • ZielstrukturenHämoglobin (Oxyhämoglobin) in erweiterten Gefäßen

Der gepulste Farbstofflaser erzeugt Licht einer eng begrenzten Wellenlänge. Im Bereich um 585 bis 595 Nanometer liegt ein Absorptionsmaximum des Oxyhämoglobins, des sauerstoffbeladenen roten Blutfarbstoffs. Das Blut in den erweiterten Äderchen nimmt das Licht deshalb bevorzugt auf, das umgebende Gewebe weit weniger.

Entscheidend ist die Impulsdauer. Gibt der Laser die Energie in einem ausreichend kurzen Impuls ab, abgestimmt auf die thermische Relaxationszeit des Zielgefäßes (die Zeit, in der ein Gefäß Wärme wieder abgibt), erhitzt sie das Gefäß so stark, dass es gerinnt und sich verschließt, bevor nennenswert Wärme auf die Umgebung übergeht. Bei höheren Energien können kleinste Gefäße platzen; das zeigt sich als punktförmige Einblutung (Purpura), die der Körper über Tage bis Wochen abbaut.

Ein integriertes Kühlsystem kühlt die Hautoberfläche unmittelbar vor dem Lichtimpuls und schützt so die Oberhaut. Energie (Fluenz), Impulsdauer, Spotgröße und Kühlung stellt der Arzt auf den Befund ein; von diesen Einstellungen hängen Wirksamkeit und Verträglichkeit ab. Der Laser geht die sichtbaren Gefäße an, nicht die Veranlagung: Bei Rosazea oder anlagebedingter Couperose bleibt die Neigung zur Gefäßerweiterung bestehen. Sonnenschutz und das Meiden persönlicher Auslöser gehören deshalb dazu.

Was Sie realistisch erwarten können

  • Die Aufhellung behandelter Gefäße entwickelt sich schrittweise über Wochen; nach etwa vier bis acht Wochen beurteilen wir das Ergebnis gemeinsam.
  • Kleine Veränderungen sind oft nach einer Sitzung behandelt. Bei Feuermalen, ausgeprägter Couperose oder Rosazea sind meist mehrere Sitzungen im Abstand von einigen Wochen nötig; nicht jede Veränderung verschwindet vollständig.
  • Verschlossene Gefäße kehren in der Regel nicht zurück. Die Veranlagung bleibt; deshalb können sich neue Äderchen bilden, und eine Auffrischung ist dann möglich.
  • Rechnen Sie mit Rötung und Schwellung für ein bis drei Tage. Eine Purpura kann sieben bis vierzehn Tage sichtbar bleiben und lässt sich meist mit Make-up abdecken.
  • Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.

Risiken und Nebenwirkungen

  • Rötung und WärmegefühlDirekt nach der Behandlung kommt es fast immer zu Rötung und einem Wärme- oder Spannungsgefühl. Diese harmlose Reaktion klingt meist innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen ab.
  • SchwellungBesonders an empfindlichen Stellen wie um die Augen kann eine vorübergehende Schwellung auftreten. Sie bildet sich in der Regel innerhalb von ein bis drei Tagen zurück; Kühlung lindert sie.
  • Punktförmige Einblutungen (Purpura)Je nach Einstellung und Befund entstehen blau-rote, punktförmige Einblutungen, ein bekanntes Zeichen der Gefäßwirkung. Sie bilden sich meist innerhalb von ein bis zwei Wochen zurück und lassen sich in dieser Zeit häufig mit Make-up abdecken.
  • Krusten- und BläschenbildungSeltener bilden sich oberflächliche Krusten oder kleine Bläschen. Sie heilen in der Regel folgenlos ab, sollten aber nicht manipuliert werden; sonst steigt das Risiko für Pigmentveränderungen oder Narben.
  • PigmentverschiebungenVorübergehend können hellere (Hypopigmentierung) oder dunklere (Hyperpigmentierung) Hautstellen entstehen, besonders bei dunklerem oder gebräuntem Hauttyp und unzureichendem Sonnenschutz. Sie bilden sich meist über Wochen bis Monate zurück; selten bleiben sie länger bestehen.
  • Unvollständiges Ansprechen oder Rückkehr der GefäßeNicht jede Gefäßveränderung spricht vollständig an, und die Veranlagung kann zur Neubildung von Äderchen führen. Mehrere Sitzungen oder Auffrischungen können nötig sein; ein vollständiges Verschwinden lässt sich nicht zusagen.
  • Infektion und LippenherpesBei oberflächlicher Hautverletzung besteht ein geringes Infektionsrisiko. Im Gesicht kann die Behandlung einen Lippenherpes reaktivieren; bei bekannter Neigung besprechen wir vorbeugende Maßnahmen.
  • Überschießende Reaktion bei LichtempfindlichkeitBestimmte Medikamente oder Erkrankungen erhöhen die Lichtempfindlichkeit und können stärkere Hautreaktionen begünstigen. Deshalb erheben wir vorab Ihre Medikamente und Ihre Krankengeschichte.
  • NarbenbildungBei sachgerechter Durchführung selten. Das Risiko steigt durch zu hohe Energien, Manipulation an Krusten oder bei einer Neigung zu überschießender Narbenbildung (Keloide). Solche Vorbelastungen klären wir im Vorgespräch ab.

Wann wir nicht behandeln

  • Schwangerschaft und Stillzeit; mangels ausreichender Datenlage verzichten wir in dieser Zeit auf nicht dringliche Laserbehandlungen
  • Akute Entzündungen, Infektionen oder offene Wunden im Areal, einschließlich eines aktiven Lippenherpes
  • Frisch gebräunte oder sonnenexponierte Haut und kürzliche Solariumbesuche wegen des erhöhten Risikos für Pigmentverschiebungen
  • Lichtempfindlichkeitssteigernde Medikamente oder Erkrankungen mit erhöhter Lichtempfindlichkeit
  • Bekannte Neigung zu überschießender Narbenbildung (Keloide oder hypertrophe Narben)
  • Unklare oder verdächtige Hautveränderungen im Areal; sie müssen zuerst dermatologisch abgeklärt sein
  • Gerinnungsstörungen oder gerinnungshemmende Medikamente; hier wägen wir im Einzelfall ab, eine eigenmächtige Pause der Medikamente darf nie erfolgen
  • Eingeschränkte Wundheilung, etwa bei nicht eingestelltem Diabetes mellitus oder unter immunsuppressiver Therapie
  • Unrealistische Erwartungen; dann steht zunächst ein ausführliches Gespräch im Vordergrund

Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.

Vor- und Nachsorge

Vorbereitung

  • Meiden Sie in den etwa vier Wochen vor der Behandlung intensive Sonne und Solarium; gebräunte Haut sollte vorher wieder abgeblasst sein.
  • Besprechen Sie alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel mit uns. Gerinnungshemmende Mittel, auch frei verkäufliche Schmerzmittel, können Einblutungen verstärken; Pausen nur nach ärztlicher Rücksprache.
  • Informieren Sie uns über eine Neigung zu Lippenherpes, damit wir bei Gesichtsbehandlungen vorbeugen können.
  • Kommen Sie mit ungeschminkter, sauberer Haut ohne Cremes oder Selbstbräuner im Areal und planen Sie vor wichtigen Anlässen einen Puffer ein.

Nachsorge

  • Kühlen Sie das Areal in den ersten Stunden bei Bedarf vorsichtig.
  • Schützen Sie die Haut über mehrere Wochen mit Lichtschutzfaktor 50+, sobald die Haut das verträgt; das beugt Pigmentverschiebungen vor.
  • Verzichten Sie für einige Tage auf Sauna, Dampfbad, heiße Bäder, intensiven Sport und starke Hitze.
  • Manipulieren Sie nicht an Krusten oder Bläschen. Abdeckendes Make-up ist nach Rücksprache bald wieder möglich, sofern die Hautoberfläche intakt ist.
  • Nehmen Sie die Verlaufskontrolle wahr und melden Sie sich bei starker Schwellung, zunehmenden Schmerzen oder Zeichen einer Infektion zeitnah bei uns.

Kosten und Erstattung

Die Behandlung mit dem Farbstofflaser ist eine Privatleistung; wir rechnen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab.

Richtwerte laut Preistabelle: 300 € für die erste Sitzung, 200 € ab der zweiten Sitzung. Der Betrag richtet sich nach Größe und Zahl der Areale; Sie kennen ihn vor der Behandlung.

Feuermale und Hämangiome können eine medizinische Indikation sein. Dann ist im Einzelfall eine Kostenübernahme durch die Krankenversicherung möglich; das klären wir vorab mit Ihnen.

Farbstofflaser (Vbeam)
Farbstofflaser (Vbeam)Richtwert
1. Sitzung300 €
Ab 2. Sitzung200 €

Alle Preise sind Richtwerte zur ersten Orientierung. Die ärztliche Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ); der endgültige Betrag richtet sich nach dem individuellen Aufwand und wird vor der Behandlung mit Ihnen besprochen. Für Behandlungen ohne Listenpreis nennen wir Ihnen den Richtwert im Beratungsgespräch. Zur Preisliste

Wirkprinzip und Evidenz

Der gepulste Farbstofflaser zählt zu den am längsten untersuchten Lasersystemen für oberflächliche gefäßbedingte Hautveränderungen. Kontrollierte Studien und Übersichtsarbeiten beschreiben, dass sich Feuermale, gefäßbedingte Rötungen und erweiterte Äderchen in vielen Fällen sichtbar aufhellen lassen; bei Feuermalen gilt das Verfahren fachlich als etablierter Standard. Bei Rosazea und Couperose ist realistisch eine Besserung des Hautbildes, keine Beseitigung der Grunderkrankung. Für gerötete oder überschießende Narben ist die Datenlage uneinheitlicher.

Die Studien unterscheiden sich in Geräten, Einstellungen, Hauttypen und Bewertungsmethoden, teils mit kleinen Fallzahlen und kurzer Nachbeobachtung. Orientierung bieten die im AWMF-Register gelisteten Leitlinien, etwa zur Rosazea, und Empfehlungen der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft.

Alternativen

Für oberflächliche, hellrote Gefäßveränderungen ist der Farbstofflaser meist die erste Wahl. Tiefer liegende, dunkler-bläuliche Gefäße und kräftigere Besenreiser sprechen teils besser auf den langgepulsten Nd:YAG-Laser (Nydon) mit größerer Eindringtiefe an. Flächige Rötungen zusammen mit Pigmentflecken sind eine Domäne der IPL (Stellar M22).

Quellen

  • AWMF-Leitlinienregister, Leitlinien unter anderem zur Rosazea und zur Lasertherapie der Haut
  • Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), Empfehlungen zur Lasertherapie gefäßbedingter Hautveränderungen
  • Dermatologische Fachliteratur zur selektiven Photothermolyse
  • Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) als Grundlage der Abrechnung privatärztlicher Leistungen

Häufige Fragen

Die meisten empfinden die Lichtimpulse als kurzes Zwicken, ähnlich dem Schnalzen eines Gummibands auf der Haut. Das integrierte Kühlsystem macht die Behandlung in der Regel gut erträglich, sodass meist keine Betäubung nötig ist. Bei empfindlichen Arealen tragen wir auf Wunsch eine betäubende Creme auf.

Eine Purpura: punktförmige Einblutungen aus kleinsten Gefäßen, die der Impuls zum Platzen gebracht hat. Sie zeigt, dass die Gefäße erreicht wurden, und bildet sich meist innerhalb von ein bis zwei Wochen zurück. Ob sie auftritt, hängt von der Einstellung ab; wir besprechen das vorher mit Ihnen.

Der Farbstofflaser trifft einzelne, klar umschriebene Gefäße gezielt. Intensives gepulstes Licht (IPL, bei uns die Stellar M22) ist die flächige Option für diffuse Rötungen zusammen mit Pigmentflecken. Welches Verfahren passt, entscheiden wir nach dem Befund; Kombinationen sind möglich.

Ja. In der dunkleren Jahreszeit ist die Behandlung aber häufig unkomplizierter, weil gebräunte Haut das Risiko für Pigmentverschiebungen erhöht. Wer sich im Sommer behandeln lässt, sollte das Areal vorher und nachher zuverlässig vor Sonne schützen und auf Solarium verzichten.

Lasereinstellung und Behandlung liegen in ärztlicher Hand. Gerade bei gefäßbedingten Hautveränderungen entscheiden die richtige Diagnose und die Wahl der Energieparameter über das Ergebnis.

Lasermedizin

Beratung vereinbaren

Ob diese Behandlung für Sie passt, klären wir im Gespräch. Rufen Sie an oder buchen Sie online.

02161 4624990