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Dr. Nüchel
PrivatleistungDurchführung: Ärztin/ArztLasermedizin

Q-Switch-Nd:YAG-Laser Evo Q-Plus

Gütegeschalteter Nd:YAG-Laser mit 532 und 1064 Nanometern: Seine Nanosekunden-Impulse zersprengen Tattoo-Pigmente, die der Körper anschließend abbaut.

  • Dauerca. 15–45 Min. pro Sitzung, je nach Größe des Tattoos
  • Ausfallzeitin der Regel sofort gesellschaftsfähig; Krusten oder Bläschen heilen in ca. 1–2 Wochen ab
  • BetäubungKühlung, auf Wunsch betäubende Creme
  • Sitzungenhäufig 6–12 im Abstand von ca. 6–8 Wochen
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Eingesetzte Technik

Was ist das?

Der Evo Q-Plus des Herstellers Quanta System ist ein gütegeschalteter Nd:YAG-Laser (Q-Switch; Neodym-dotierter Yttrium-Aluminium-Granat-Laser). Er gibt wahlweise Licht der Wellenlänge 532 oder 1064 Nanometer ab, in sehr kurzen, energiereichen Impulsen im Nanosekundenbereich. Diese Impulse zersprengen die Farbpigmente einer Tätowierung in kleinste Partikel. Der Körper transportiert die Bruchstücke über das Lymphsystem ab, und das Tattoo wird von Sitzung zu Sitzung blasser.

Welche Wellenlänge wir wählen, hängt von der Farbe der Pigmente ab: 1064 Nanometer eignen sich für Schwarz, Blau und Braun; Rot, Gelb, Orange und ebenfalls Braun behandeln wir mit 532 Nanometern. Neben der Farbe zählen das Alter der Tätowierung und ihre Lage am Körper. Profitätowierungen enthalten dichter liegende Farbpartikel und brauchen deshalb mehr Sitzungen als Laientätowierungen.

Für die Tattooentfernung stehen in der Praxis drei Systeme bereit: der Picosekundenlaser PicoStar als Hauptgerät, der Evo Q-Plus und der Rubinlaser Rubystar. Je nach Farbspektrum kombinieren wir sie. Spricht eine Tätowierung schlecht an, kann der Wechsel zwischen Nd:YAG-Laser und Rubinlaser eine Möglichkeit sein. Ablauf, Vor- und Nachsorge und die vollständige Aufklärung stehen auf der Behandlungsseite zur Tattooentfernung.

Für wen?

  • Tätowierungen in Schwarz, Blau und Braun (Wellenlänge 1064 nm)
  • Tätowierungen in Rot, Gelb und Orange sowie Braun (Wellenlänge 532 nm)
  • Laien- und Profitätowierungen; Profitätowierungen brauchen wegen der höheren Pigmentdichte mehr Sitzungen
  • Mehrfarbige Tattoos in Kombination mit dem Pico-Laser PicoStar
  • Hartnäckige Tätowierungen, bei Bedarf im Wechsel mit dem Rubinlaser Rubystar
  • Reste von Permanent Make-up nach ärztlicher Beurteilung im Einzelfall

Technologie oder Wirkstoff

  • HerstellerQuanta System
  • Wellenlängen532 nm, 1064 nm
  • TypGütegeschalteter (Q-Switch-)Nd:YAG-Laser, Impulse im Nanosekundenbereich
  • ZielstrukturenTattoo-Pigmente (dunkle Farben bei 1064 nm, warme Farben bei 532 nm)

Q-Switch (Güteschaltung) bezeichnet eine Technik, die die Laserenergie speichert und in einem extrem kurzen Impuls freisetzt. Beim Evo Q-Plus liegen diese Impulse im Nanosekundenbereich. Tätowierfarben liegen in der Lederhaut (Dermis); ihre Pigmentpartikel sind zu groß, als dass körpereigene Fresszellen sie abbauen könnten. Das Pigment nimmt den kurzen, energiereichen Impuls auf; die entstehende Druckwelle (photoakustischer Effekt) lässt es in kleinste Bruchstücke zerspringen. Das umliegende Gewebe nimmt das Licht kaum auf und bleibt weitgehend geschont.

Jede Farbe nimmt Licht in einem bestimmten Spektralbereich am besten auf. Deshalb hat der Evo Q-Plus zwei Wellenlängen: 1064 Nanometer für dunkle Pigmente (Schwarz, Blau, Braun) und 532 Nanometer für warme Farben (Rot, Orange, Gelb, Braun). Grün und Blaugrün sprechen auf beide Wellenlängen kaum an; hier ergänzt der Rubinlaser mit 694 Nanometern. Der Pico-Laser PicoStar arbeitet mit noch kürzeren Impulsen im Pikosekundenbereich und kann bunte Pigmente feiner aufbrechen.

Wie gut ein Tattoo anspricht, hängt von Farben, Pigmentdichte, Lage am Körper und Hauttyp ab, außerdem davon, ob ein Laie oder ein Profi es gestochen hat. Rumpfnahe Areale entsorgt das Lymphsystem besser als Hände oder Füße. Wellenlänge, Energie und Spotgröße wählt der Arzt; diese Einstellungen entscheiden über Wirksamkeit und Verträglichkeit.

Was Sie realistisch erwarten können

  • Das Tattoo wird von Sitzung zu Sitzung blasser. Häufig sind sechs bis zwölf Sitzungen im Abstand von etwa sechs bis acht Wochen nötig; die gesamte Behandlung erstreckt sich meist über Monate bis über ein Jahr.
  • Dunkle Pigmente wie Schwarz und Dunkelblau sprechen in der Regel gut an. Helle, farbige oder hautfarbene Pigmente lassen sich nur eingeschränkt behandeln, und Restschatten können bleiben.
  • Eine restlose Entfernung ist nicht in jedem Fall möglich. Für ein Cover-up genügt oft eine deutliche Aufhellung mit weniger Sitzungen.
  • Direkt nach der Sitzung sind Rötung, Schwellung und ein Wundgefühl normal; kleine Krusten oder Bläschen heilen meist innerhalb von ein bis zwei Wochen ab.
  • Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.

Risiken und Nebenwirkungen

  • Rötung, Schwellung und WundgefühlUnmittelbar nach der Behandlung sind eine Rötung, eine leichte Schwellung und ein wundes, brennendes Gefühl im Areal normal. Diese Reaktionen klingen in der Regel innerhalb weniger Stunden bis Tage ab; Kühlung lindert sie.
  • Bläschen, Krusten und punktförmige BlutungenHäufig zeigt sich kurz eine weißliche Verfärbung der Haut, gefolgt von kleinen Bläschen, Krusten oder vereinzelten punktförmigen Blutungen. Sie heilen meist innerhalb von ein bis zwei Wochen folgenlos ab, sofern Sie Krusten nicht abkratzen und Bläschen nicht öffnen.
  • PigmentverschiebungenDie Haut kann im Areal vorübergehend nachdunkeln (Hyperpigmentierung), besonders bei dunkleren Hauttypen oder nach UV-Belastung, oder heller werden als die Umgebung (Hypopigmentierung). Meist bildet sich das über Wochen bis Monate zurück; eine Aufhellung kann in seltenen Fällen länger bestehen bleiben. Konsequenter Sonnenschutz beugt vor.
  • Farbumschlag und GhostingBestimmte Pigmente, vor allem weiße, hautfarbene und rote sowie Permanent Make-up, können sich durch die Laserenergie chemisch verändern und paradox nachdunkeln. Als Ghosting bezeichnet man verbleibende, schwer entfernbare Restschatten. Eine Probebehandlung an einem kleinen Areal macht das Risiko besser einschätzbar.
  • Reaktion auf freigesetzte FarbpigmenteDurch das Zertrümmern der Pigmente gelangen Bestandteile der Tätowierfarbe in den Körper. Vor allem bei roten und bestimmten bunten Pigmenten kann es in seltenen Fällen zu örtlichen oder, sehr selten, zu allgemeinen allergischen Reaktionen kommen. Eine bereits bestehende Unverträglichkeit gegen das Tattoo erfordert besondere Vorsicht.
  • InfektionSolange Krusten oder Bläschen die Hautbarriere beanspruchen, ist eine Infektion möglich, wenn das Areal nicht sauber bleibt. Zunehmende Rötung, Überwärmung, Eiter oder Fieber gehören ärztlich abgeklärt.
  • NarbenbildungSelten bleiben Narben zurück, vor allem nach Manipulation an Krusten, bei einer Infektion oder bei einer Neigung zu überschießender Narbenbildung (Keloide). Fachgerechte Durchführung und sorgfältige Nachsorge halten dieses Risiko gering.
  • Unvollständige EntfernungTrotz mehrerer Sitzungen lässt sich eine restlose Entfernung nicht in jedem Fall erreichen. Je nach Pigment können blasse Restschatten oder einzelne Farbanteile zurückbleiben.
  • AugenLaserlicht kann das Auge ernsthaft schädigen. Deshalb tragen Sie und das Praxisteam während der gesamten Behandlung eine geeignete Schutzbrille.

Wann wir nicht behandeln

  • Schwangerschaft und Stillzeit; in dieser Zeit behandeln wir vorsorglich nicht
  • Akute Entzündungen, Infektionen, offene Wunden oder Hauterkrankungen im Areal, etwa eine aktive Herpesinfektion
  • Frische, intensive Bräunung, kürzlicher Solariumbesuch oder Selbstbräuner im Areal
  • Neigung zu überschießender Narbenbildung (Keloide) oder ausgeprägte Wundheilungsstörungen
  • Lichtsensibilisierende Medikamente oder hochdosierte Vitamin-A-Säure-Abkömmlinge (Retinoide); hier ist ein ausreichender Abstand nötig
  • Frische, noch nicht abgeheilte Tätowierungen; die Haut muss vollständig verheilt sein
  • Bekannte allergische Reaktionen auf das vorhandene Tattoo oder auf Tätowierfarben
  • Eingeschränkte Lymph- oder Immunfunktion oder eine Therapie, die die Wundheilung beeinträchtigt; hier wägen wir im Einzelfall ab

Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.

Vor- und Nachsorge

Vorbereitung

  • Meiden Sie etwa vier bis sechs Wochen vor der Behandlung intensive Sonne, Solarium und Selbstbräuner. Die Haut im Areal sollte ungebräunt und intakt sein.
  • Gerinnungshemmende Medikamente pausieren Sie nur nach Rücksprache mit der verordnenden Ärztin oder dem verordnenden Arzt, nie eigenmächtig.
  • Informieren Sie uns über Vorerkrankungen, Allergien, bekannte Reaktionen auf das Tattoo, eine Neigung zu Lippenherpes und alle Medikamente.
  • Kommen Sie mit sauberer Haut ohne Cremes, Make-up oder Parfüm im Areal. Bei empfindlichen Stellen kann nach Absprache vorab eine betäubende Creme wirken.

Nachsorge

  • Kühlen Sie das Areal in den ersten Stunden schonend und halten Sie es sauber; anfangs schützt es gegebenenfalls ein Verband.
  • Kratzen Sie Krusten nicht ab und öffnen Sie keine Bläschen.
  • Schützen Sie das Areal während der gesamten Behandlungsserie mit Lichtschutzfaktor 50+ und meiden Sie direkte Sonne und Solarium.
  • Verzichten Sie etwa ein bis zwei Wochen auf Sauna, Dampfbad, Schwimmbad und intensiven Sport.
  • Bei Anzeichen einer Infektion oder ungewöhnlichen Reaktionen melden Sie sich bitte zeitnah in der Praxis.

Kosten und Erstattung

Die Laser-Tattooentfernung ist eine Privatleistung. Wir rechnen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab.

Richtwerte pro Sitzung stehen in der Preistabelle: klein 150 €, mittel 250 €, groß 400 €, Augenbrauen (Permanent Make-up) 150 €. Den Betrag für Ihr Tattoo nennen wir Ihnen nach der Begutachtung zusammen mit einem Behandlungsplan.

Laser-Tattooentfernung
Laser-TattooentfernungRichtwert
Kleinpro Sitzung150 €
Mittelpro Sitzung250 €
Großpro Sitzung400 €
Augenbrauen (Permanent Make-up)pro Sitzung150 €

Alle Preise sind Richtwerte zur ersten Orientierung. Die ärztliche Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ); der endgültige Betrag richtet sich nach dem individuellen Aufwand und wird vor der Behandlung mit Ihnen besprochen. Für Behandlungen ohne Listenpreis nennen wir Ihnen den Richtwert im Beratungsgespräch. Zur Preisliste

Welche Tattoo-Farbe spricht auf welche Wellenlänge an?

Die Übersicht zeigt orientierend, welche Wellenlänge sich bei welcher Farbe erfahrungsgemäß eignet. Sie ersetzt keine ärztliche Beurteilung; das Ansprechen hängt zusätzlich von Pigmentart, Stichtiefe, Alter des Tattoos und Hauttyp ab.

Tattoo-FarbeQ-Switch Nd:YAG 532 nmQ-Switch Nd:YAG 1064 nmRubinlaser 694 nm
Schwarzsehr gutsehr gut
Braunsehr gutsehr gutbedingt
Blausehr gutsehr gut
Grünsehr gut
Blaugrünsehr gut
Rotsehr gut
Orangegut
Gelbbedingt

Wirkprinzip und Evidenz

Gütegeschaltete Laser sind in der Tattooentfernung das fachlich anerkannte Standardverfahren; die Wellenlänge 1064 Nanometer eignet sich vor allem für dunkle Pigmente. Kontrollierte Studien und Übersichtsarbeiten beschreiben für gütegeschaltete wie für Pikosekundenlaser eine deutliche Aufhellung oder weitgehende Entfernung in vielen Fällen, bei insgesamt guter Verträglichkeit. Ob Pikosekundenlaser mit weniger Sitzungen auskommen, ist nicht einheitlich belegt; die Systeme ergänzen sich je nach Farbspektrum.

Die Grenzen dieser Evidenz: Viele Studien haben kleine Fallzahlen, unterschiedliche Geräte und uneinheitliche Bewertungsmaßstäbe, und die Zusammensetzung handelsüblicher Tätowierfarben ist nicht standardisiert. Verlässliche Vorhersagen für das einzelne Tattoo sind deshalb nur eingeschränkt möglich.

Alternativen

Bei sehr kleinen Tätowierungen kommt in Einzelfällen eine chirurgische Entfernung in Betracht, die in der Regel eine Narbe hinterlässt. Von Selbstbehandlungen und nicht-ärztlichen Entfernungsverfahren raten wir wegen des hohen Narben- und Infektionsrisikos ab.

Quellen

  • AWMF-Leitlinienregister, Leitlinien zu Lasermedizin und ästhetischer Dermatologie
  • Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), Stellungnahmen und Patienteninformationen zur Entfernung von Tätowierungen
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), Informationen zu Tätowiermitteln und zur Anwendung von Lasern an der Haut
  • Herstellerangaben und Fachinformationen des Evo Q-Plus

Häufige Fragen

Weil jede Tattoo-Farbe Licht in einem anderen Spektralbereich aufnimmt. Dunkle Pigmente wie Schwarz, Blau und Braun sprechen auf 1064 Nanometer an, warme Farben wie Rot, Orange und Gelb auf 532 Nanometer. Bei mehrfarbigen Tattoos wechseln wir innerhalb einer Behandlung oder ergänzen mit dem Pico-Laser und dem Rubinlaser.

Der Q-Switch-Nd:YAG-Laser arbeitet mit Impulsen im Nanosekundenbereich und spricht dunkle Pigmente wie Schwarz und Dunkelblau gut an. Der Pico-Laser gibt noch kürzere Impulse im Pikosekundenbereich ab und kann bei mehrfarbigen oder besonders hartnäckigen Tätowierungen Vorteile bieten. Welches System passt, hängt von Farben, Pigmentdichte und Hauttyp ab; oft kombinieren wir beide.

Viele beschreiben die Impulse als kurzes Zwicken, ähnlich dem Schnippen eines Gummibands. Die Kühlung mildert das Empfinden spürbar. Bei empfindlichen Arealen kann etwa 30 bis 60 Minuten vorher eine betäubende Creme wirken.

Ja. Häufig genügt eine deutliche Aufhellung, damit ein neues Motiv den verbleibenden Schatten gut überdeckt. Dafür sind in der Regel weniger Sitzungen nötig. Auf Wunsch stimmen wir Aufhellungsgrad und Zeitplan mit Ihrem Tätowierer ab.

Lasermedizin

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